Ifo-Bericht: Kaum Besserung bei schwacher Auftragslage deutscher Unternehmen

Trotz zarter Anzeichen auf Besserung bleiben viele Firmen hierzulande auf Aufträgen sitzen – oft mehr als ihnen lieb ist. Das Ifo-Institut warnt vor anhaltenden Problemen.

heute 07:48 Uhr | 4 mal gelesen

Gut, ein winziges Aufatmen mag es geben, aber wirklich entspannt kann man das nicht nennen: Nach Zahlen des Ifo-Instituts klagen noch immer rund 36 Prozent der deutschen Unternehmen über zu wenig Bestellungen – und das schon seit Monaten. Im Januar fiel der Anteil der Betriebe mit Auftragsmangel im Vergleich zu Oktober nur leicht, von 36,9 auf 36,3 Prozent. Weit entfernt vom langfristigen Durchschnitt. Klaus Wohlrabe vom Ifo betont: Die kleine Verbesserung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nachfrage schleppend ist und viele Firmen unter hohen Kosten und schwächelnder Wettbewerbsfähigkeit leiden. Besonders arg sieht es beim Maschinenbau aus: Da konnten die Prozentwerte sogar noch zulegen – mittlerweile berichten über 43 Prozent in der Branche von schlechter Auftragslage. Auch deutsche Hersteller elektronischer und optischer Produkte spüren laut Ifo einen stärkeren Gegenwind. Immerhin – ausgerechnet bei den Getränkeherstellern scheint es Licht am Ende des Tunnels zu geben, dort hat sich die Lage sogar halbiert, jetzt kämpfen noch etwa 14 Prozent mit Auftragsschwund. Der Dienstleistungsbereich kommt auch nicht so recht vom Fleck. Die Rückgänge sind minimal und Unternehmensberater wie Beschäftigte im Werbeumfeld leiden noch am meisten unter Auftragsschwund. Da sind es jeweils ungefähr die Hälfte aller Firmen. Groß- und Einzelhändler stehen ähnlich wackelig da: Im Großhandel stöhnen nach wie vor fast zwei Drittel unter magerer Nachfrage, im Einzelhandel hat sich das Bild sogar leicht verschlechtert – etwa jede zweite Ladenkasse klingelt zu selten.

Ungeachtet kleiner Verbesserungen bleibt die Auftragslage für viele deutsche Unternehmen enorm angespannt. Die neuesten Ifo-Zahlen zeigen, dass besonders Branchen wie Maschinenbau, Elektronikproduktion und Beratungsdienstleistungen weiterhin schwer zu kämpfen haben – bei einigen Segmenten verschärft sich die Misere sogar. Händler, ob im Groß- oder Einzelhandel, müssen ebenso mit ausbleibenden Kunden kämpfen. Zusätzliche Recherchen bestätigen, dass laut aktuellen Berichten eine schwache Konjunktur, stagnierende Investitionsbereitschaft sowie hohe bürokratische Auflagen zu dieser anhaltend schwierigen Lage beitragen. Im Industriebereich sorgt speziell der internationale Wettbewerb für Gegenwind – die Branche fürchtet um ihre Zukunftsfähigkeit, auch weil Lieferketten und Fachkräftemangel als immer größere Hürden empfunden werden. Nicht zu vergessen: Viele kleine und mittlere Unternehmen klagen laut aktuellen Stimmen aus Branchenmedien darüber, dass erschwerte Finanzierungsbedingungen Investitionen weiter hemmen.

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