Blatt bringt es ziemlich pointiert auf den Punkt: 'Schlechte Vorschläge haben oft eins gemeinsam – sie treffen die Falschen. Statt grundlegender Verbesserungen bleibt es meist beim Erhöhen der Belastungen für die Versicherten.' Die Stimmung sei ohnehin schon gereizt, viele müssten auf Facharzttermine ewig warten, und dann noch Eintrittsgeld für den Arzt? Unvorstellbar, findet Blatt. Nach dem jüngsten Anstieg der Kassenbeiträge fordert er, die Ursache anzugehen: Mehr Effizienz in Kliniken, beim ambulanten System sowie bei Medikamentenausgaben, nicht bloß Symptombehandlung durch Mehrkosten für die Masse.
Blatt rechnet vor: 6,5 Prozent mehr Ausgaben stehen dieses Jahr zu mickrigen vier Prozent Mehreinnahmen gegenüber – da entsteht ein regelrechtes Milliardenloch. Ohne spürbare Reformen landen Briefe im Briefkasten mit der nächsten Beitragserhöhung.
Sein Kassensturz: Zwei Hebel könnten sofort Milliarden bringen. Punkt eins: Wenn der Staat alle versicherungsfremden Leistungen für Bürgergeldbeziehende zahlt, wären sofort rund zehn Milliarden Euro gespart; das hätte sogar den Zusatzbeitrag um einen halben Prozentpunkt gedrückt. Noch gibt es dazu einen Rechtsstreit, aber ein Urteil kann dauern – Blatt setzt daher auf eine schnelle, freiwillige Lösung. Schneller Hebel Nummer zwei: Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente – wie bei Restaurants oder Blumen – könnte nochmal bis zu sechs Milliarden Euro an Entlastung bringen.
Blatt findet: Es ist schon fast kafkaesk, dass das Schnitzel billiger besteuert wird als lebenswichtige Medikamente. Alleine dieser Vergleich spricht Bände: In der Gesundheitspolitik läuft so manches schlicht schief, von Tierfutter bis Schnittblumen profitieren Produkte, die sicher nicht das Niveau von Arzneimitteln haben. Blatt will der Politik Beine machen – und zeigt deutlich, wohin sein Fingerzeig geht.
Blatt, Chef des GKV-Spitzenverbands, spricht offen Missstände an: Durch steigende Kosten und zögerliche Reformen geraten die gesetzlichen Kassen und deren Mitglieder immer stärker unter Druck. Seine Kritik zielt besonders auf staatliches Zögern bei zentralen Themen wie 'versicherungsfremde Leistungen' und der Mehrwertsteuer auf Medikamente – hier sieht er milliardenschwere Entlastungschancen, die sehenden Auges verpasst werden. Im Netz finden sich derzeit zahlreiche Artikel, die die drohende Schieflage im GKV-System betonen: Krankenkassen warnen vor Beitragssprüngen und drängen auf politische Lösungen, während Bürger und Fachpersonal die Wartezeiten und Versorgungslücken immer schmerzhafter spüren.
Laut aktueller Berichte auf großen deutschen Nachrichtenseiten wie FAZ, SZ und Spiegel verschärft sich die Debatte: Der Bundesgesundheitsminister steht in der Kritik, da Reformen stocken und das Defizit der GKV immer weiter anwächst. Einzelne Kassen ziehen sogar erste Beitragserhöhungen in Erwägung – eine Entwicklung, die in den Augen vieler Experten in einem Teufelskreis aus wachsenden Kosten und abnehmendem Zugang zur Versorgung enden könnte. Ergänzend fordern Patientenschützer und Ökonomen eine gerechtere Finanzierung, weg von Belastungen einseitig auf Beitragszahler hin zu einer umfassenden Neuausrichtung des Gesundheitssystems.