Große Reichweite, wenig Wirkung: Jana Micus über die wahren Knackpunkte digitaler Kundenakquise

Jede Menge Posts, fleißige Kampagnen und eine Zielgruppe, die groß genug scheint – trotzdem bleibt vielen Unternehmen der echte Erfolg auf Social Media verwehrt. Wachstum bleibt aus, Bewerber melden sich nicht, Marketing-Gelder verpuffen im Nichts. Woran liegt das? Und was braucht es jenseits von bloßer Sichtbarkeit, damit Online-Aktivitäten businessrelevante Ergebnisse bringen?

heute 11:27 Uhr | 2 mal gelesen

Seltsam eigentlich, wie stabil das Geschäftsmodell vieler mittelständischer Firmen früher lief: Gute Produkte, enge Kundenkontakte, ein Vertrieb, der oft direkt aus der Region kam oder persönlich auf der Messe überzeugte. Heute wirkt das Bild nach außen immer noch solide: Website zeitgemäß, Social Media ist immerhin vorhanden, Suchmaschinenoptimierung macht irgendwo Klicks. Doch irgendwie geht der Umsatz nicht vorwärts. Viel Aufwand, viel Präsenz – aber die digitalen Kanäle tragen kaum zum Ergebnis bei. Laut Jana Micus von Adstronauts liegt das Problem nicht etwa an mangelnder Aktivität, sondern viel eher daran, dass Online-Reichweite viel zu schnell mit echter Relevanz und Nachfrage verwechselt wird. Wenn Marketing-Abteilungen Reichweite feiern, aber die Conversion ausbleibt, fehlt oft der verbindende Prozess zwischen Sichtbarkeit und konkretem Verkauf. Marketing und Vertrieb agieren in digitalen Silos nebeneinander, statt sinnvoll zusammenzuspielen. Manche geben Geld auf Plattformen aus, die sie kaum verstehen. Das ist ungefähr so, als würde man jeden Monat neue Flyer drucken, die dann niemand liest. Wer jetzt glaubt, einfach noch mehr Reichweite sei die Lösung, irrt: Erst wenn Marketing und Webauftritt darauf abgestimmt sind, die richtigen Argumente genau zur passenden Zeit zu liefern, entsteht echte Kaufbereitschaft. Micus rät dazu, die Customer Journey mit ihren Bruchstellen genau zu studieren: Warum klicken viele, kaufen aber wenige? Wie kann die Glaubwürdigkeit, die früher durch persönliche Beratung am Stand entstand, digital nachgebildet werden? Mit Videos, realistischen Bildern und einer klar verständlichen Website, die alle Fragen beantwortet, lässt sich viel erreichen. Wichtig ist, dass Unternehmen nicht nur ihre eigenen Argumente anpreisen, sondern die Sicht der Kund*innen einnehmen. Kleine, gezielte Tests helfen, Klarheit über die Conversion und Effektivität von Kanälen zu bekommen – statt das Budget direkt großflächig zu verstreuen. Mit einer klug vernetzten Strategie kann dann tatsächlich planbarer Umsatz entstehen, statt immer nur diffuse Sichtbarkeit und Hoffnung aufs Beste. Wer das Gefühl hat, dass sein Online-Vertrieb nur eine teure Dekoration ist, sollte seine Prozesse dringend auf Skalierbarkeit und Wirksamkeit überprüfen – am besten mit ehrlichem, externem Blick.

Viele Mittelständler spüren zwar die Dringlichkeit, online sichtbar zu sein, verwechseln jedoch Reichweite mit Wirkung – ein Denkfehler, der laut Jana Micus kostspielig werden kann. Nur wer es schafft, relevante Inhalte passgenau im Entscheidungsprozess der Kunden zu platzieren und interne Prozesse zwischen Marketing und Vertrieb zu verzahnen, nutzt das digitale Potenzial voll aus. Micus betont, dass nachhaltiges Wachstum durch eine klare Struktur, Datenanalyse und den Fokus auf den Kundennutzen entsteht, nicht durch Aktionismus oder unsystematisches Posting. Neue Recherchen zeigen zudem: Gerade in den letzten Tagen nehmen Diskussionen zu, wie Unternehmen in Deutschland konkret auf veränderte Nutzergewohnheiten und sinkende organische Reichweiten reagieren. Viele setzen inzwischen stärker auf gezieltes Community-Building und interaktive Formate, um echte Markenbindung zu erzielen – der Trend geht klar weg von reiner Reichweitenmaximierung hin zu Qualitätsinteraktionen (vgl. aktuelle Berichte auf t3n.de und sueddeutsche.de). Auch die Verschärfung der Datenschutzgesetze sowie technologische Neuerungen bei Social-Media-Algorithmen erfordern, Prozesse und Content-Strategien regelmäßig anzupassen, will man online nicht in der Sichtbarkeits-Falle hängenbleiben. Wer sich konsequent mit der gesamten digitalen Customer Journey und realistischen Erfolgskriterien beschäftigt, profitiert langfristig.

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