Grüne bringen Sanktionen auf US-LNG ins Gespräch

Sara Nanni von den Grünen plädiert dafür, US-Flüssiggasimporte zu sanktionieren – mit dem Ziel, Washington unter Druck zu setzen.

heute 07:47 Uhr | 6 mal gelesen

Manchmal genügt ein Satz, um einen ganzen Themenkomplex ins Rollen zu bringen. "Als Grüne diskutieren wir, auch die Energieimporte stärker in den Blick zu nehmen", sagte Sara Nanni im Podcast 'Berlin Playbook' von Politico. Europa habe nach Putins Kriegsbeginn große Mengen Flüssigerdgas aus den USA importiert. Laut Nanni sollte hier angesetzt werden: Ein solcher Vorstoß würde die USA genau dort treffen, wo es wirklich schmerzt – ein direkter Angriff auf Amerikas wirtschaftliche Interessen. Nanni ist sich der Risiken für die deutsche Wirtschaft vollkommen bewusst, will sich aber nicht von 'Bully Amerika' am Nasenring durch die Manege führen lassen. Die Logik dahinter: Nachgeben schwächt langfristig die Position und kann dem Standort mehr schaden als eine klare Haltung. 'Win-win-Szenarien seien zwar schön und gut – aber heute reicht das eben nicht mehr.' Kooperation reiche laut Nanni aktuell schlichtweg nicht aus, Deutschland müsse nun mit mehr Nachdruck auftreten.

Sara Nanni, Bundestagsabgeordnete der Grünen, fordert eine harte politische Linie gegenüber den USA, darunter auch die Möglichkeit von Sanktionen auf US-Flüssigerdgas (LNG). Ihrer Einschätzung nach sei es längst überfällig, den wirtschaftlichen Einfluss der USA – insbesondere während der aktuellen geopolitischen Lage – nicht mehr einfach hinzunehmen. Das Thema US-LNG gerät immer wieder in die Kritik, da die Importpreise oft als zu hoch angesehen werden, zudem sorgen amerikanische Versorgungsinteressen und der zunehmende Protektionismus auch auf europäischer Seite für Verstimmung. In Deutschland wächst die Debatte darüber, wie abhängig man sich von US-amerikanischem Gas machen will, insbesondere mit Blick auf einen möglichen Wahlsieg Trumps, der insgesamt eine konfrontativere außenpolitische Linie vertritt. Gerade weil deutsche Unternehmen gleichzeitig auf stabile und bezahlbare Energieversorgung angewiesen sind, bleibt unklar, wie sich etwaige Strafmaßnahmen auf Wirtschaft und Beziehungen zu den USA auswirken könnten.

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