Grüne EU-Abgeordnete fordern radikalen Finanzboykott gegen Trump

Nach dem beispielhaften Rückzug des dänischen Pensionsfonds aus US-Staatsanleihen ruft Rasmus Andresen, Europaabgeordneter der Grünen, zu einem europaweiten Stopp von US-Anleihenkäufen auf. Ziel ist es, Trump durch finanziellen Druck zu Zugeständnissen zu bewegen.

heute 00:03 Uhr | 7 mal gelesen

Mal ehrlich, ein bisschen an den Zöllen schrauben, davon lässt sich ein Trump kaum beeindrucken. Rasmus Andresen, der Grünen-Politiker aus Schleswig-Holstein, spielt deshalb aufs Ganze: Die EU solle, so seine Forderung, den Hebel dort ansetzen, wo es richtig weh tut – beim Geld. Würde Europa, das immerhin rund 10 Prozent aller US-Staatsanleihen hält, den Kauf stoppen oder gar Anleihen auf den Markt werfen, würde das die USA ordentlich in Bedrängnis bringen. Die Folge? Der Druck auf die US-Zinsen würde steigen, was die Refinanzierung für den amerikanischen Staat schwieriger – und teurer – macht. Andresen ruft die EU-Kommission, die Europäische Investitionsbank und auch die EZB dazu auf, auszuloten, wie so eine 'Finanz-Bazooka' gezündet werden kann. Sein Argument: Durch das enorme US-Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit sitzt Amerika gewissermaßen am Tropf internationalen Geldes. Schon kleine Verschiebungen – ein Rückzug großer Player aus dem Dollar-System – können massive Auswirkungen haben. Wer weiß, vielleicht bringt ja ein solcher Finanzboykott den einstigen Präsidenten tatsächlich in die Bredouille?

In der vergangenen Woche sorgte der Verkauf amerikanischer Staatsanleihen durch eine dänische Rentenkasse für Aufsehen. Aufbauend darauf fordert Rasmus Andresen im Rahmen der andauernden Auseinandersetzungen um Grönland einen koordinierten Finanzdruck Europas auf die USA, insbesondere auf Ex-Präsident Trump. Die EU hält etwa 1,5 Billionen US-Dollar an US-Staatsschulden - Andresen sieht darin einen entscheidenden Hebel, um die US-Regierung für politische Manöver zur Rechenschaft zu ziehen. Experten bestätigen: Schon vorsichtige Rückzüge großer institutioneller Investoren aus US-Bonds könnten den Dollar schwächen und Trumps Handlungsspielraum einschränken. Kritisch diskutiert wird derzeit auch, ob die EU eine eigene Finanzarchitektur schaffen sollte, um sich unabhängiger zu machen sowie potenzielle Dominoeffekte auf den Weltfinanzmärkten zu vermeiden. Darüber hinaus wächst die Debatte, inwiefern Europa bereit ist, wirtschaftliche Interessen bewusst zur politischen Machtausübung einzusetzen, und welche Signalwirkung ein solcher Schritt auf die transatlantischen Beziehungen hätte.

Schlagwort aus diesem Artikel