DIW legt eigenes Reformmodell für Erbschaftsteuer vor

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mischt sich mit einer eigenen Idee zur Überarbeitung der Erbschaftsteuer ein. Ihr Vorschlag zielt darauf ab, die Sorgen aller Beteiligten mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

heute 00:03 Uhr | 5 mal gelesen

DIW-Experte Stefan Bach erklärte gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung': 'Die ausufernden Vorzüge für die besonders Wohlhabenden gehören abgeschafft. Daraus gewonnene zusätzliche Steuereinnahmen könnten dazu dienen, Erben von kleineren Nachlässen zu entlasten.' Allerdings warnte Bach zugleich davor, bei der Korrektur der steuerlichen Vorteile ohne Bedacht vorzugehen – gerade mittelständische Firmen und deren Investitionskraft dürften durch schärfere Regeln nicht unnötig in Bedrängnis geraten, besonders jetzt, wo die Konjunktur ohnehin schwächelt. Durch eine Neuregelung von Freibeträgen sowie Steuersätzen kalkuliert das DIW ein mögliches Einnahmeplus für den Staat von knapp 2,3 Milliarden Euro. Allerdings verschiebt sich dadurch auch die steuerliche Belastung zwischen den verschiedenen Vermögensgruppen spürbar – was sicher nicht alle gleich freuen wird. Und: Der Ball für weitere Details liegt nun eindeutig wieder bei der Politik.

Das DIW stößt mit seinem Vorschlag eine Diskussion zur gerechteren Erbschaftsbesteuerung an, indem es anregt, die steuerlichen Privilegien für sehr reiche Erben zu beschneiden. Während kleine und mittlere Nachlässe durch die höheren Freibeträge weniger belastet würden, profitieren die Staatskassen von zusätzlichen Einnahmen – vorausgesetzt, mittelständische Unternehmen werden dadurch nicht in ihrer Stabilität gefährdet. Aktuell wird das Thema auch vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Ungleichheit kontrovers debattiert: Nach aktuellen Pressestimmen gibt es sowohl Befürworter, die mehr Fairness fordern, als auch Kritiker, die einen Angriff auf Unternehmerfamilien und das Rückgrat der Wirtschaft sehen. DIW-Chefspersonen raten, genau zu differenzieren, um Investitionen und Arbeitsplätze nicht fahrlässig zu gefährden. In den letzten Tagen wurde die Debatte in zahlreichen Medien aufgegriffen, wobei immer wieder hervorgehoben wird, dass ein gerechtes Steuersystem ein Kraftakt, aber auch ein Signal für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Zudem werden steuerliche Anpassungen in anderen europäischen Ländern, wie etwa Frankreich oder Spanien, als Vergleich herangezogen und teils sehr unterschiedlich bewertet.

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