Grüne fordern ehrliche Analyse des Bahn-Krisenmanagements bei Winterwetter

Angesichts der jüngsten Winterprobleme fordern die Grünen eine offene Auseinandersetzung mit dem Umgang der Deutschen Bahn mit Wetterextremen.

heute 11:17 Uhr | 8 mal gelesen

„Dass der Winter regelmäßig zum Bahn-Chaos führt, ist ein alter Hut – doch so einfach abtun sollten wir es nicht mehr“, gab Matthias Gastel von den Grünen in einem Interview mit der 'Rheinischen Post' (Montagsausgabe) zu Protokoll. Er sieht die Bundesregierung in der Pflicht, gemeinsam mit der Deutschen Bahn schonungslos auszuwerten, wie der Konzern auf Schnee und Eis reagiert hat – inklusive Nachsicht gegenüber eigenen Versäumnissen. Besonders irritierend: Der Bund fördert Weichenheizungen offenbar nur sehr zaghaft, weshalb sie bundesweit immer wieder ausfallen. Gastel stellt dazu lakonisch fest, dass 'früher der Betrieb manchmal länger lief, selbst bei harscheren Bedingungen'. Woran das liegt? Moderne Züge seien schlicht weniger wintertauglich als ihre betagteren Vorgänger. Ein ungewöhnliches Eingeständnis, das irgendwie traurig, aber auch ehrlich klingt.

Kritik der Grünen am Bahnkurs im Schnee ist nicht neu – dennoch hat die Amtszeit von Verkehrsminister Wissing zuletzt wenig Verbesserungen gebracht: Die Bahn kam vielerorts zum Erliegen, zumal die Wartung maroder Infrastruktur und die geringe Beförderungskapazität für mehr Frust als Lösungen sorgen. Innovativer Winterdienst, etwa durch neue Weichenheizungstechnologien oder besser gewarteten Rollmaterialien, wird bisher nur zögerlich angegangen. Laut aktuellen Berichten fehlen zudem Investitionen und flächendeckende Modernisierung, was die Deutsche Bahn weiterhin anfällig für Wetterextreme macht. In sozialen Medien, aber auch in Polit-Talkshows wird immer deutlicher: Viele sehen im Winter nicht nur eine Herausforderung, sondern einen Prüfstein für eine Verkehrswende, die mehr als Lippenbekenntnisse braucht.

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