Grüne fordern entschlossene Ermittlungen nach Anschlag auf Berliner Stromnetz

Nach dem Angriff auf die Berliner Strominfrastruktur drängt Grünen-Politiker Konstantin von Notz auf gründliche Untersuchungen – besonders auch zu möglichen internationalen Verflechtungen der mutmaßlich linksextremen Vulkangruppe.

07.01.26 11:20 Uhr | 17 mal gelesen

Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionschef der Grünen, hat gegenüber der 'Rheinischen Post' klar gemacht: Der Brandanschlag auf das Stromnetz Berlins darf nicht einfach als Einzelfall abgehakt werden. Vielmehr, so betont er mit spürbarer Dringlichkeit, sollten auch frühere Sabotageakte neu beleuchtet und die Ausläufer mutmaßlicher Netzwerke, ob nun im Inland oder grenzüberschreitend, sehr genau untersucht werden. Die Möglichkeit, dass solche extremistischen Aktionen im Sinne oder sogar unter Zuhilfenahme ausländischer Geheimdienste stattfinden, müsse konsequent geprüft werden – auch wenn das Mutmaßen über die Hintermänner oftmals mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. "Es ist einfach irritierend, dass trotz offensichtlicher Spuren und immer wieder neuen Bekennerschreiben bislang keinerlei Ermittlungsdurchbruch gelungen ist", gab von Notz zu bedenken. Wie aus Kreisen bekannt wurde, wiesen die Urheber eines am Mittwoch veröffentlichten Kommissionsschreibens explizit eine Einflussnahme von außen zurück. Währenddessen, gewissermaßen ein Hoffnungsschimmer, konnte am späten Vormittag die Stromversorgung im Berliner Südwesten zumindest provisorisch wiederhergestellt werden. Man fragt sich allerdings – während draußen die Stadt langsam zurück in den Alltag rutscht – was im Hintergrund wirklich vor sich geht.

Im Nachklang zum Anschlag auf das Stromsystem im Südwesten Berlins verlangt Grünen-Politiker von Notz nicht nur Aufklärung der aktuellen Tat, sondern auch eine Überprüfung älterer ähnlicher Vorkommnisse, sowie eine umfassende Untersuchung internationaler und inländischer Verbindungen der Vulkangruppe. Inzwischen wurde von bisher Unbekannten ein zweites Bekennerschreiben veröffentlicht, das Einflussnahmen aus dem Ausland dementiert, doch Klarheit gibt es nach wie vor nicht. Laut übereinstimmenden Medienberichten führen die Behörden derzeit intensive Ermittlungen, wobei sie sowohl politisch motivierte Extremismusszenen als auch etwaige Verbindungen zu ausländischen Akteuren im Blick behalten. Zusätzlich fordern Expert:innen mehr Ressourcen und eine bessere Ausstattung für die Sicherheitsbehörden, um gegen diese Form von Stromnetz-Sabotage vorzugehen und derartige Störungen in Zukunft zu verhindern. Die Stromversorgung in der betroffenen Region ist zwar wiederhergestellt, doch das Unsicherheitsgefühl in Teilen der Bevölkerung und Politik bleibt spürbar.

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