Hamburg erlebt drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Jahresstart

Zum Beginn des Jahres ist die Arbeitslosigkeit in Hamburg auf ein Rekordniveau geklettert – der höchste Stand im Januar seit fast zwei Jahrzehnten.

heute 10:03 Uhr | 4 mal gelesen

Wer in diesen Tagen in Hamburg Arbeit sucht, wird es nicht leicht haben: Laut neuester Mitteilung der Hamburger Arbeitsagentur sind zum Januar nun 97.264 Menschen ohne Job. Das ist der schlechteste Wert für diesen Monat seit 2006 – damals lag die Zahl sogar noch darüber, aber seitdem hat sich viel verändert. Vergleicht man mit Dezember, gab es einen Zuwachs von 4.683 Menschen ohne Arbeit, was einem Anstieg von etwas über fünf Prozent entspricht. Und im Vergleich zum Januar 2025 ist der Wert um 4,4 Prozent höher – also 4.132 Menschen zusätzlich. Die offizielle Arbeitslosenquote kratzt jetzt an der 9-Prozent-Marke.

Das Spannende daran: Während die Arbeitslosenzahlen steigen, sind gleichzeitig so viele Hamburger sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie noch nie – immerhin 1.097.400 im November letzten Jahres. Ein eigentümlicher Gegensatz, der wohl mit der überregionalen Sogwirkung des Hamburger Arbeitsmarkts zusammenhängt, wie die Agentur meint. Gründe? Da gibt es einige: schwaches Wirtschaftswachstum, mehr Menschen in der Stadt und Zuzug auch aus anderen Ländern sowie dem Umland. Junge Leute besonders, also unter 25, scheinen das besonders zu spüren: Ihre Arbeitslosigkeit schnellt um satte 17 Prozent nach oben. Auch Akademiker oder Menschen, die schon länger keinen Job fanden, sind auffällig betroffen. Doch nicht alles sieht düster aus – rund 5.000 Arbeitslose fanden im Januar einen Job, immerhin ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl offener Stellen hingegen schrumpft auf gut 14.000, was im Jahresvergleich einen Rückgang von über 14 Prozent bedeutet. Nicht das rosigste Bild für Hamburgs Arbeitsmarkt – oder vielleicht doch, weil immerhin Bewegung drin ist?

Die Arbeitslosigkeit in Hamburg ist so hoch wie seit 2006 nicht mehr, wobei besonders junge Menschen, Akademiker und Langzeitarbeitslose betroffen sind. Gleichzeitig ist die Beschäftigung auf Rekordniveau; zahlreiche Hamburger fanden zuletzt einen Job, wenngleich offene Stellen dennoch deutlich abnahmen. Bundesweit verstärkt sich ebenfalls das Problem steigender Arbeitslosigkeit, was auf einen angespannten Arbeitsmarkt und die schwächelnde Konjunktur hinweist. Aktuelle Berichte zeigen, dass insbesondere die deutschen Exportzahlen schwächeln und die Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Branchen weiter sinkt. Manche Stimmen fordern verstärktes Engagement bei Weiterbildung und Qualifizierung, um strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt zu adressieren. Zugleich wird die Bedeutung von Integration und gezielter Nachwuchsförderung immer wieder betont, um Chancenungleichheiten gerade für junge Menschen und Zugewanderte zu verringern.

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