Hausärzt:innen äußern Zustimmung zu Koalitionsplänen für Alkoholsteuer

Hausärzt:innen befürworten die angestoßene Diskussion um teurere Alkoholpreise in Deutschland deutlich. Die Bundesvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth macht sich für eine gezielt eingesetzte Alkoholsteuer stark.

10.01.26 16:03 Uhr | 7 mal gelesen

Es ist eigentlich seltsam: In Deutschland führen wir immer mal wieder leidenschaftliche Debatten über Rauchverbote oder Zuckersteuern, aber Alkohol – das scheint so ein blinder Fleck zu sein. Genau an diesem Punkt meldet sich nun Nicola Buhlinger-Göpfarth zu Wort, Chefin des Hausärzt:innenverbands, und schildert recht unmissverständlich, dass es höchste Zeit für eine „wirksame Maßnahme“ sei. Wenn die Gesellschaft älter und dabei halbwegs gesund bleiben wolle, müsse der Alkoholkonsum insgesamt runter – und eine Steuer auf Alkohol, idealerweise mit festen Verwendungszwecken, könne ein Schubser in die richtige Richtung sein. Am Beispiel Litauens, so Buhlinger-Göpfarth, sei zu sehen, dass das kein Papiertiger ist: Weniger Alkohol, weniger Krankheiten, weniger Todesfälle. Zur kompletten Ehrlichkeit gehört aber auch: Sie will nicht einfach nur Geld in die Haushaltskasse spülen, sondern sieht die Einnahmen klar dort eingesetzt, wo sie irgendetwas am Verhalten oder an der Versorgung verändern. Prävention, Unterstützung gesunder Lebensweisen, stärken des Gesundheitswesens – darum soll’s wirklich gehen. Politiker:innen von SPD und CDU, etwa Simone Borchardt von der Union, knüpfen daran ebenfalls klare Bedingungen: Instrument der Gesundheitspolitik, kein Trick für die Staatskasse. Ein Thema, das mit jeder neuen Runde an Brisanz gewinnt – und auf dessen gesellschaftliche Akzeptanz ein großer Schatten fällt, solange noch zu viel nach Haushaltslöchern geschielt wird.

Die Debatte um eine Alkoholsteuer in Deutschland wird zunehmend lauter und breiter geführt – auch als Reaktion auf steigende gesundheitliche Belastungen durch Alkoholkonsum. Zahlreiche Expert:innen, darunter Verbände wie der Hausärzt:innenverband, bieten überzeugende Argumente für eine Steuer, die bewusst im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung eingesetzt wird, wie internationale Beispiele nahelegen. In aktuellen Medienberichten und politischen Diskussionen zeigt sich, dass die Orientierung an gesundheitspolitischen Zielen und eine zweckgebundene Verwendung der Einnahmen entscheidend für die gesellschaftliche Akzeptanz und Wirksamkeit einer solchen Maßnahme sind.

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