Heftige Kritik an CDU-Vorschlägen: Linke lehnt Kürzung der Zahnarztkosten ab

Für Linken-Chefin Ines Schwerdtner ist der CDU-Vorstoß zur Kürzung von Zahnarztleistungen ein Angriff auf das Gros der Bevölkerung. Sie wirft der Union vor, soziale Schieflagen zu verstärken.

heute 14:22 Uhr | 4 mal gelesen

Es gibt Momente, da fragt man sich, ob die Verantwortlichen die Lebensrealität der Menschen überhaupt noch auf dem Schirm haben. Ines Schwerdtner – die neue, manchmal recht direkte Chefin der Linken – jedenfalls, ließ keinen Zweifel: Wer daheim putzt, Kinder betreut und für unsere Sicherheit sorgt, denen soll künftig laut CDU-Wirtschaftsrat die Zahnarztversorgung gestrichen werden? Das klingt, als müssten sich Familien bald entscheiden: Entweder die Zahnfüllung oder das Mittagessen für die Kleinen. Gerade für diejenigen, die sowieso schon von der Hand in den Mund leben, etwa Alleinerziehende oder Geringverdiener, wären solche Einschnitte verheerend. Schwerdtner sieht darin nicht nur einen Sozialabbau, sondern die Gefahr, dass der ohnehin angeschlagene gesellschaftliche Zusammenhalt weiter bröckelt. Ihr Appell: Anstatt den Sozialstaat wie einen lästigen Klotz am Bein zu behandeln, sollte die Politik endlich anerkennen, dass er Fundament und Rückgrat unserer Gesellschaft ist. Im Kern kritisiert Schwerdtner, dass der CDU-Wirtschaftsrat Zahnarztleistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen streichen und stattdessen eine private Zusatzversicherung anraten will – ganz nach dem Motto: Wer’s sich leisten kann, hat auch gesunde Zähne. Das entspricht, so Schwerdtners Lesart, einer Zwei-Klassen-Medizin. Nebenher bringt die Union offenbar noch Einschnitte beim Arbeitslosengeld ins Spiel.

Die Debatte um die Streichung von Zahnarztleistungen entflammte, nachdem der CDU-Wirtschaftsrat die Finanzierung der zahnmedizinischen Versorgung durch die gesetzlichen Kassen infrage stellte. Die Linke – prominent vertreten von Ines Schwerdtner – sieht in den Sparplänen einen Brandbeschleuniger für soziale Ungleichheit. Tatsächlich gehen viele Studien davon aus, dass gerade ärmere Menschen häufiger an Zahnproblemen leiden: Die Mundgesundheit gilt als Spiegelbild gesellschaftlicher (Un-)Gleichheit. Laut Bundeszahnärztekammer könnte der Vorschlag theoretisch zu einer Kostenexplosion für Privatversicherte führen und Prävention erschweren, weil viele Menschen dann aus Kostengründen ärztliche Kontrollen meiden würden. Abseits der politischen Lager wird diskutiert, wie tragfähig das deutsche Sozialversicherungssystem angesichts steigender Gesundheitsausgaben bleibt – und ob Sparideen dieser Art lediglich Symptome, nicht aber Ursachen adressieren.

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