Umfrage in NRW: CDU und Grüne verlieren – SPD sendet Lebenszeichen

Eine aktuelle Infratest-Umfrage zeichnet ein durchwachsenes Bild: Die Regierungsparteien in Nordrhein-Westfalen büßen an Rückhalt ein, während die SPD einen Hoffnungsschimmer erlebt.

heute 13:59 Uhr | 5 mal gelesen

In einer frischen Umfrage, beauftragt vom WDR-Magazin „Westpol“, zeigt sich die Stimmungslage in Nordrhein-Westfalen ziemlich fragmentiert. Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst schwächelt und fällt auf 35 Prozent – das sind immerhin vier Punkte weniger als noch im Juni 2025. Die Grünen, bislang stabiler Juniorpartner, verlieren ebenfalls, landen bei 13 Prozent (-2). Erstaunlich ist dagegen der kleine Höhenflug der SPD: Nach einem geradezu historischen Tiefstand im Sommer 2025 schafft sie es, um vier Prozentpunkte zuzulegen und wieder die Marke von 20 Prozent zu erreichen. Die AfD ist mit 15 Prozent (+1) nicht nur im Aufwind, sondern zieht an den Grünen vorbei. Die Linke sackt leicht ab (6 Prozent, -1), bleibt damit aber knapp im Landtag – was der FDP, trotz eines Mini-Plus (4 Prozent, +1), immer noch verwehrt bleibt. Alle sonstigen Parteien teilen sich gemeinsam 7 Prozent. Was das Stimmungsbild in Sachen Regierung angeht, ist das Fazit ungefähr fifty-fifty: 48 Prozent zeigen sich mit der Landesregierung zufrieden, 49 Prozent – vier Punkte mehr als zuvor – äußern Unzufriedenheit. Ministerpräsident Wüst erhält leicht schlechtere Noten als zuvor: 45 Prozent sind noch zufrieden (-2), 38 Prozent sind inzwischen unzufrieden (+2). Interessant übrigens: Knapp ein Jahr vor der Landtagswahl will die SPD mit Jochen Ott einen nahezu unbekannten Spitzenkandidaten ins Rennen schicken. Gerade mal ein Viertel der Wahlberechtigten in NRW kann sich überhaupt ein Bild von ihm machen. Lediglich zwölf Prozent halten ihn für eine gute Wahl, die restlichen zeigen sich eher reserviert. Unter eingefleischten SPD-Anhängern steht Ott zwar etwas besser da (26 Prozent sehen ihn positiv, 5 Prozent haben Zweifel), aber auch dort überwiegt zurückhaltendes Schulterzucken. Für die Erhebung wurden zwischen dem 26. und 29. Januar 2026 insgesamt 1.164 Menschen befragt – teils klassisch telefonisch (683), teils online (481).

Die politische Stimmung in Nordrhein-Westfalen ist im Wandel: Sowohl CDU als auch Grüne straucheln laut aktueller Umfrage spürbar, während die SPD nach langer Durststrecke eine leichte Erholung verbucht. Die AfD zieht sogar an den Grünen vorbei und erreicht einen neuen Höchstwert, doch die FDP bleibt weiter unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Die Bevölkerung ist beim Thema Landesregierung gespalten, Ministerpräsident Wüst verliert an Zuspruch. Jochen Ott als SPD-Spitzenkandidat ist ein Glücksspiel – noch bleibt sein Name vielen Wahlberechtigten unbekannt, wodurch die Zukunft der SPD bei der kommenden Landtagswahl offen bleibt. [Recherche-Ergänzung]: - Laut der "taz" sorgt der Rückgang konservativer Werte und die Unsicherheit im grünen Lager für erhöhten Druck auf die NRW-Regierung. Dazu kommen Streitigkeiten um Bildung und Integration, wodurch auch kleinere Parteien zunehmend Wähler gewinnen (Quelle: taz). - Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass der jüngste Umfrage-Trend bundesweit zu geringerer Regierungszufriedenheit geführt hat, insbesondere wegen anhaltender Inflation und Energiepreissorgen. Das spiegeln auch die aktuellen Ergebnisse für NRW wider (Quelle: Süddeutsche Zeitung). - Im "Spiegel" wird analysiert, dass die Unbekanntheit von Jochen Ott ein Risiko für die SPD darstellt, aber auch eine Chance bietet, sich mit neuen Themen – etwa Wohnen und Arbeitsmarkt – stärker zu profilieren (Quelle: Spiegel).

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