Heuer wehrt sich gegen Vorwürfe der AfD-Nähe: Missverständnisse um Wahlforum

Guido Heuer, Chef der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, hat die Anschuldigungen einer unzulässigen Annäherung zur AfD durch ein Wahlforum energisch dementiert. Die kursierenden Bilder und Videos vermittelten laut Heuer einen völlig falschen Eindruck.

heute 16:04 Uhr | 5 mal gelesen

„Ulrich Siegmund hat während des Forums wiederholt Unwahrheiten in den Raum gestellt. Da blieb mir nichts anderes übrig, als einzugreifen und ihm direkt ins Mikro zu sprechen“, schildert Heuer die Szene. Die entstandenen Bilder könne man natürlich leicht fehlinterpretieren, falls man das unbedingt wolle, so Heuer mit einem hörbaren Seufzen. Ihn ärgere besonders, dass plötzlich weniger über wirklich relevante Themen wie die Fachkräfteproblematik oder bürokratische Hürden gesprochen werde. Stattdessen hetze man landesweit wegen eines Schnappschusses und konstruiere daraus eine Nähe zur AfD – pure Aufregung, so seine Einschätzung. Das Verhältnis zur AfD beschrieb Heuer als ausgesprochen schwierig: Einerseits stufe der Verfassungsschutz die Partei als rechtsradikal ein, andererseits sei sie demokratisch im Landtag vertreten. „Da bleibt nichts anderes, als sie politisch zu stellen, klar zu widersprechen – und sich trotzdem an die parlamentarischen Regeln zu halten“, zeigt sich Heuer pragmatisch. Er betonte zudem: Im Landtag sollte nicht entscheidend sein, welche Fraktion einer Sache zustimmt, solange die Position den eigenen Überzeugungen entspricht. „Wenn etwas inhaltlich Sinn ergibt, ändert das doch nichts an seinem Wert, nur weil vielleicht auch mal jemand von der AfD zustimmt“, so der CDU-Mann unverblümt.

Die aktuelle Debatte um Guido Heuers vermeintliche AfD-Nähe wirft – wieder einmal – ein grelles Schlaglicht auf das Dilemma im Umgang mit rechtspopulistischen Kräften in deutschen Landesparlamenten. Heuer wehrt sich gegen die Deutung, eine gemeinsame Fotosituation beim Wahlforum in Sachsen-Anhalt bedeute politische Kumpanei und weist auf den eigentlichen Kontext hin: Er habe schlicht intervenieren müssen, als falsche Behauptungen von AfD-Spitzenkandidat Siegmund stattfanden. Generell verdeutlichen die Ereignisse, wie fragil, von gegenseitigem Misstrauen geprägt und (oft medial aufgebauscht) das alltägliche politische Miteinander in Ostdeutschland inzwischen ist – ein Punkt, der laut aktuellen Stimmen aus Politologie und Presse weitere Polarisierung in der öffentlichen Wahrnehmung befeuert. Laut neuen Berichten von Spiegel und Süddeutsche kommt es immer wieder zu hitzigen Debatten, wenn CDU und AfD im Landtag aufeinandertreffen—häufig wird versucht, durch symbolische Gesten Distanz zu wahren, aber pragmatische Zusammenarbeit lässt sich auf Sachthemenebene manchmal schwer vermeiden. Gleichzeitig meldet die TAZ, dass die CDU bundesweit vor allem in den neuen Bundesländern mit dem Verdacht ringt, zu große Nähe zur AfD zu suchen, seit Umfragen deren Popularität rasant steigen lassen. DW betont in der aktuellen Berichterstattung, dass gerade die Wahrnehmung im Westen Deutschlands dazu beiträgt, jede Form von Gespräch oder sogar Zurückhaltung der CDU in Bezug auf die AfD besonders kritisch zu analysieren – mit entsprechendem Druck aus der Bundespartei.

Schlagwort aus diesem Artikel