Heusgen plädiert offen für einen Strategiewechsel in der deutschen UN-Politik: Der langjährige Wunsch nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat erscheine angesichts der jüngsten Abstimmungspleite nicht mehr sinnvoll – gerade auch, weil Europa schon stark vertreten sei und andere EU-Staaten wenig gewillt sind, Deutschland zu unterstützen. Statt auf Prestige zu setzen, sollte Berlin neue Wege anstoßen, etwa durch glaubwürdige Reforminitiativen, die auch für andere akzeptabel sind. Generell hat die Regierung laut Heusgen beim jüngsten Versuch Fehler gemacht: Zu spät begonnen und zu schwach aufgetreten – ein Mangel an Strategie und kampfbereitem Auftreten. Weitere Details aus aktuellen Recherchen: 1. Heusgens Empfehlungen treffen in Berlin auf ein geteiltes Echo: Einige Politiker sehen in einer Neupositionierung auch Chancen, Deutschlands Ansehen als Reformmotor zu stärken; andere fürchten einen Imageverlust (Quelle: taz.de). 2. Diskutiert wird inzwischen, wie ein reformierter Sicherheitsrat aussehen könnte – längere Amtszeiten, Rotationsprinzip und die Stärkung von Regionalvertretungen scheinen beliebte Vorschläge zu sein (Quelle: faz.net). 3. Beobachter mahnen, dass sich Deutschlands Außenpolitik verstärkt für multilaterale Bündnisse und flexible Allianzen öffnen müsse, anstatt auf klassischen Machtgewinn in internationalen Organisationen zu setzen (Quelle: zeit.de).