Trachom – das klingt für viele wie eine exotische Krankheit aus alten Zeiten, betrifft aber immer noch Millionen Menschen, vor allem Kinder, die in Gegenden ohne ausreichende Sanitärversorgung leben. Dabei erwischt es meistens die Kleinsten zuerst: Vorschulkinder sind am häufigsten von der Erstinfektion betroffen und tragen das Bakterium oft unwissentlich weiter. Erfreuliche Nachrichten: Länder wie Ägypten, Burundi, Fidschi, Libyen, Mauretanien, Papua-Neuguinea und Senegal haben Trachom jetzt offiziell eliminiert. Damit wächst die Liste der betroffenen Länder, die das Problem gelöst haben, auf immerhin 28 an – das ist ein echter Meilenstein, wenn man bedenkt, welche Herausforderungen vor Ort herrschen.
Tatsächlich müssen aber immer noch 103 Millionen Menschen in Regionen leben, in denen Trachom grassiert – eine enorme Zahl, auch wenn sie seit 2002 um 94 Prozent zurückgegangen ist. Insbesondere Frauen sind gefährdet: Sie sind viermal häufiger von Erblindung bedroht, meist infolge von Ansteckungen über ihre Kinder und wegen fehlendem Zugang zu medizinischer Versorgung. Das ist nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich ein riesiges Problem. Fortschritte verdanken wir besserer Hygiene, gezielter Aufklärung und, trotz aller Hürden, dem Einsatz von Antibiotika: Allein 2024 erhielten 44,4 Millionen Menschen diese Behandlung. Auch chirurgische Eingriffe helfen, schwere Verläufe zu verhindern. Sicher, Luft nach oben gibt's noch – aber der positive Trend ist bemerkenswert.
Kontakt für Nachfragen: Boris Breyer, Pressekontakt der SOS-Kinderdörfer weltweit (boris.breyer@sos-kd.org), mehr Infos unter https://www.sos-kinderdoerfer.de.
Der Kampf gegen das Trachom, die führende Infektionsursache für vermeidbare Blindheit, zeigt laut neuesten WHO-Berichten außergewöhnliche Erfolge: Seit 2002 konnten fast 100 Millionen Menschen aus Endemiegebieten vor dieser bakteriellen Erkrankung geschützt werden. Einen entscheidenden Schub gab es durch koordinierte Kampagnen zur Verbesserung der Wasserversorgung, Hygieneaufklärung in Schulen und Gemeinden sowie durch die Bereitstellung lebenswichtiger Medikamente, etwa kostenlose Verteilung von Azithromycin durch die International Trachoma Initiative. Laut internationalen Medien stützen neue Studien, dass besonders Kooperationen zwischen lokalen Regierungen, NGOs und internationalen Organisationen helfen, auch in abgelegenen Regionen Erfolge zu erzielen – wobei Herausforderungen etwa durch Flüchtlingsströme, Klimawandel und zunehmende Antibiotikaresistenzen bestehen bleiben.