Zwischen Hochgebirge und Straßenlärm – so lebt Innsbruck irgendwo zwischen Gletscherblick und Caféhaus. Im Zentrum des neuen Designs: ein grafischer Klammergriff um „INNS’BRUCK“, der nicht nur optisch zusammenhält, sondern Platz schafft für das, was Innsbruck ausmacht. Die alpin-urbane Mischung, die hier irgendwie selbstverständlich wirkt: Draußen Stille und Berge, drinnen Trubel und Ideen. Ein Balanceakt, auf engem Raum, zwischen Magistrat, Marketing und Tourist-Info. Beeindruckt hat mich, wie es den Macher*innen offenbar gelungen ist, eben kein glattgezogenes Schönwetter-Bild zu zeichnen – sondern dem, was ohnehin pulsiert, Sichtbarkeit zu schenken. "Wir mussten das Rad nicht erfinden – nur den Raum dafür öffnen", sagt Heike Kiesling charmant.
Die Gestaltung selbst – sie schmiegt sich ans Leitbild der Stadt an: Ecken, Kanten, Licht, aber auch Offenheit. Vielleicht ist es Zufall, dass die grafischen Elemente an Strömungen erinnern: Mal rasen sie, mal stocken sie, mal tanzen sie umeinander. Gerade diese Beweglichkeit scheint Innbruck auszuzeichnen. Bernhard Buchegger von Gruppe am Park meint passend: "Die Marke sollte nicht bloß hübsch wirken, sondern im Alltag funktionieren – digital, analog, überall und für jede Zielgruppe".
Auch der Tonfall wurde angepasst: Der neue Slogan "Ganz schön viel Stadt für so viele Berge" bringt das Dilemma (oder ist es ein Luxus?) dieser Gegend gut auf den Punkt. Und selbst der Tourismusverband denkt größer: Als "Innsbruck Region" präsentieren sich Stadt sowie umliegende Erlebnisräume nun gemeinsam nach draußen. Wer weiß – vielleicht ist das ein Anfang, um dem Internationalen Publikum klarzumachen, dass zwischen Berghütte, Altstadt und Highspeed-Zug nicht Welten liegen, sondern ein paar Busminuten.
Am Schluss klingt fast alles logisch, fast schon selbstverständlich – so wie es gute markengestalterische Arbeit oft tut, wenn sie denn gelungen ist. Und seien wir ehrlich: Abwechslung und Widersprüche? Die gehören zu Innsbruck wie der Föhn zum November.
Das neue visuelle Erscheinungsbild Innsbrucks spiegelt die Identität der Stadt wider – den Spagat zwischen urbanem Leben und alpiner Natur. Die flexible grafische Klammer um den Stadtnamen „INNS’BRUCK“ soll dabei Markenpartner miteinander verbinden, aber Freiraum für individuelle Besonderheiten lassen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Dachmarkenkonzept: Verwaltung, Tourismus und Marketing präsentieren sich gemeinsam, aber nicht uniform, um die vielfältigen Facetten der Stadt – und der gesamten Region inklusive aller Erlebnisräume – zu zeigen und international sichtbarer zu machen.
Ergänzende Internetrecherche zeigt: Im Gespräch rund um Stadtmarken setzt sich Innsbruck mit seiner Neuausrichtung klar ab – ein Trend, der auch in anderen Städten beobachtet wird, etwa bei der Suche nach neuen Wegen der Bürgerbeteiligung und Integration von Tourismus und Stadtidentität (wie in aktuellen Artikeln der großen deutschen Tagesmedien erörtert). Auffällig ist, dass Experten die Verbindung von Design, Markenidentität und regionaler Wirtschaftsförderung als essentielle Zukunftsstrategie betrachten. Dass der Anspruch dabei hoch bleibt – sowohl hinsichtlich gestalterischer Klarheit als auch gesellschaftlicher Relevanz – zeigen Stimmen aus jüngsten Diskussionen um Stadtidentität im digitalen Zeitalter.