Isabell Horn über ihre Wege aus der Depression – Ein persönliches Gespräch im Podcast

In einer neuen Episode des Podcasts „Raus aus der Depression“, einem Gemeinschaftsprojekt von ARD Gesund und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention, spricht Schauspielerin Isabell Horn offen über ihre Erfahrungen mit Depressionen. Initiiert und moderiert von Harald Schmidt und begleitet von Prof. Ulrich Hegerl, berichtet Horn von drei markanten depressiven Phasen in ihrem Leben – ausgelöst durch berufliche Veränderungen, die Geburt ihrer Tochter und die Pandemie.

06.01.26 07:10 Uhr | 18 mal gelesen

Manchmal bleibt das Leben einfach stehen. Isabell Horn hat das besonders eindrücklich gespürt, als plötzlich ihre Rolle in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ Geschichte war. Plötzlich kein Textbuch mehr, dafür Stille im Kopf und im Herzen – und laut Horn die Unfähigkeit, selbst grundlegende Dinge wie Einkaufen oder Duschen zu schaffen. Was sie dann gerettet hat? Ihr damaliger Freund, der ihr eine Tür zur Therapie geöffnet hat. Nach ihrer Genesung schlägt das Schicksal erneut zu: Nach der Geburt ihrer Tochter kehrt die Schwere zurück – so, wie es vielen frisch gebackenen Müttern leider passiert. Professor Hegerl ordnet im Gespräch ein, wie Wochenbettdepression funktioniert und warum viel Liegen die Laune noch weiter drücken kann. Die Pandemie, die alle fest im Griff hatte, hat bei Horn nochmal alles durchgeschüttelt: Kitas dicht, der Mann selbstständig – also quasi permanent zuhause und nie wirklich da. Horn erzählt, wie sie ihrer Familie erklärt hat: „Mama hat gerade eine Krankheit – sie braucht viel Schlaf.“ Offen spricht sie darüber, wie schwierig das für alle war. Heute, sagt sie, hat sie gelernt: Sie darf Hilfe einfordern. Und wenn sie noch einmal ins Loch fällt, weiß sie, wo der Ausgang liegt. Den Podcast gibt’s übrigens in der ARD Audiothek, auf YouTube und überall da, wo Podcasts so wohnen.

Isabell Horn erzählt im Podcast, wie sie durch wiederkehrende depressive Episoden – verursacht durch Existenzängste, die Geburt ihrer Tochter und Dauerbelastungen in der Pandemie – gezwungen war, liebevoller mit sich selbst umzugehen und neue Strategien zu entwickeln. Der Podcast beleuchtet mit fachlicher Unterstützung durch Prof. Hegerl die Dynamiken von Depression und wie Familien betroffen sein können; die Offenheit von Horn hilft, das Tabuthema Depression weiter ins Gespräch zu bringen. Neuere Recherchen zeigen, dass sich laut einer Studie der Universität Leipzig die Zahl der in Deutschland wegen Depression Behandelten in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat – auch weil mehr Menschen wie Horn offen über ihre Krankheit sprechen und sich Hilfe suchen. Zudem wurde in der Süddeutschen Zeitung berichtet, dass die Nachfrage nach niedrigschwelligen Hilfsangeboten wie Chat-Beratungen und anonymen Hotlines seit Beginn der Pandemie deutlich gestiegen ist. Ein weiterer Artikel in der Zeit hebt hervor, wie gesellschaftliche Erwartungen – etwa an Mütter – und soziale Isolation die Gefahr von Depressionen erhöhen und niederschwellige Information sowie dezentrale Unterstützungsangebote immer wichtiger werden. Horns Gespräch im Podcast unterstreicht diese Entwicklungen und zeigt, wie entscheidend nicht nur professionelle Hilfe, sondern auch verständnisvolle Unterstützung im Alltag ist.

Schlagwort aus diesem Artikel