Ganz ehrlich: Wer momentan in einem Autohaus arbeitet, hat wenig Anlass für Optimismus, schon gar nicht bei VW oder Audi. Alexander Sauer-Wagner, der Chef des Händlerverbands, bringt es im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' recht nüchtern auf den Punkt: Alles wird teurer. Nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die Nebenkosten, ob nun Löhne, Energie oder die Flut an zusätzlichen Vorschriften, die den Verwaltungsaufwand anschwellen lassen, als gäbe es Bonuspunkte für jedes Formular. Das Resultat? Händler müssen häufiger an der Preisschraube drehen, allein schon, um nicht unterzugehen. Bei den heute immer beliebteren Elektroautos entscheidet ohnehin schon längst nicht mehr der Listenpreis, sondern was am Ende monatlich für das Leasing vom Konto abgebucht wird. Sauer-Wagner gibt zu: Wenn die Leasingrate bei E-Autos endlich auf Verbrenner-Niveau sinkt (was 2026 möglich scheint), könnte sich beim Absatz tatsächlich wieder etwas bewegen. Auffällig: VW hat im Sommer die Preise pauschal etwas angehoben, E-Autos jedoch außen vor gelassen. Audi folgte ein paar Monate später und legte fürs klassische Verbrenner-Portfolio nach, mit einem etwas deutlicheren Preisanstieg.
Der Ausblick für VW- und Audi-Händler ist angesichts steigender Kosten, insbesondere bei Energie, Personal und Regulierung, weiter eingetrübt. Händlerverbandschef Sauer-Wagner erwartet daher auch 2026 eine Tendenz zu steigenden Autopreisen, wobei die Unsicherheit groß bleibt, ob Kundinnen und Kunden steigende Listenpreise dauerhaft mittragen werden. Die bedeutsamere Stellschraube – gerade bei Elektrofahrzeugen – könnten aber Leasingbedingungen werden, denn wenn die monatlichen Kosten von Elektro- und Verbrennermodellen tatsächlich konvergieren, hätte das erhebliche Folgen für den Markt. Neuere Berichte betonen zudem, dass Prämien und staatliche Förderungen für E-Autos international weiter unter Druck geraten, was langfristig die Preisschere zwischen Antriebsarten beeinflussen könnte. Auch weltweit steigen Herstellungs- und Lieferkosten, gerade durch anhaltende Engpässe bei Chips und Rohstoffen. Hinzu kommen laut Experten zunehmend protektionistische Tendenzen auf globaler Ebene, die speziell den Export europäischer Fahrzeuge belasten könnten.