Jens Spahn: Dabei beim geheimen Thiel-Kreis – Teilnahme an Netzwerkgesprächen eingeräumt

Jens Spahn, Vorsitzender der Unionsfraktion, bestätigt, mehrfach bei diskreten Treffen eines von Peter Thiel initiierten Netzwerks aufgetaucht zu sein. Das Büro des CDU-Politikers reagierte damit auf eine Anfrage des 'Tagesspiegel' und sorgte für neue Nachfragen zu Spahns Einbindung in das rechtslibertäre Umfeld.

heute 12:39 Uhr | 2 mal gelesen

Vor einigen Tagen kursierten Schlagzeilen um ein Datenleck, das Jens Spahn mit dem Netzwerk ‚Dialog‘ in Verbindung brachte – zuerst berichtete das US-Techmagazin 'Wired'. Offiziell erklärt Spahns Team, dass der Politiker in unregelmäßigen Abständen bei den Zusammenkünften mitgemischt habe: etwa 2018 in Irland, ein Jahr später in Italien, danach 2022 in Portugal, 2023 in Spanien sowie zuletzt in diesem Jahr in Deutschland. Ob Spahn formelles Mitglied des Netzwerks ist, bleibt nebulös – die angebliche 'Dialog Society' sagt ihm nach eigener Aussage nichts. Und Peter Thiel persönlich? Dem sei Spahn während der Treffen angeblich nie begegnet. Die nächste Zusammenkunft, geplant für Mitte August nahe Dublin, stand auch in Spahns Kalender, aber Teilnahme? Kurzfristig abgesagt. Solche Events, betont sein Büro, gehören für ihn zur politischen Routine und dienen der Auseinandersetzung mit verschiedensten Ansichten. Warum ihn das gerade jetzt rechtfertigen lässt, bleibt unklar.

Jens Spahn, derzeit Fraktionschef der Union, musste offenlegen, dass er bei mehreren, eher abseits der Öffentlichkeit stattfindenden Treffen eines vom bekannten US-Milliardär Thiel geschaffenen Netzwerkes dabei war. Berichte über eine Verbindung zwischen Spahn und der sogenannten 'Dialog'-Gruppe kamen durch ein Datenleck ans Licht und werfen Fragen zur politischen Einflussnahme und Offenheit solcher Kreise auf. Nach außen betont Spahn, ihm sei der offenen Austausch mit verschiedensten politischen Akteuren wichtig – auch abseits gewöhnlicher Konferenzen. Neuere Informationen zeigen, dass Peter Thiel sich zuletzt öffentlich für diverse kontroverse US-Politiker positioniert hatte und seine Netzwerke besonders disruptive Tech-Ideen und konservative Ansätze fördern. Die politische Debatte in Deutschland dreht sich aktuell verstärkt um Transparenzpflichten für Treffen, bei denen Mandatsträger auf international vernetzte Lobbyisten, Investoren und Unternehmer treffen, deren Einfluss im Hintergrund wächst. In Medienberichten wird zugleich thematisiert, dass Spahns Umgang mit dem Thema teils als ausweichend, teils als pragmatisch gewertet wird, wobei die aktuelle Absage keine generelle Distanzierung von transatlantischen Vernetzungsformaten signalisiert.

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