Bund und Länder haben sich zusammengetan, um die deutsche Justiz fit für digitale Herausforderungen zu machen, indem sie eine gemeinsame Cloud-Infrastruktur schaffen wollen; die Grundsteinlegung verspricht eine erste funktionierende Fassung bis Anfang 2027. Technologisch stützt sich die gesamte Initiative auf die bereits vorhandene IT-Architektur der öffentlichen Anbieter, angereichert um ein separates Justiznetz, um Sicherheit und Unabhängigkeit zu gewährleisten. Der Ansatz, zentrale Fachverfahren wie das GeFa direkt in die Cloud zu ziehen, ist ein Schritt in Richtung einheitlicher und moderner Prozesse – mit erheblichen Einsparungen als Nebeneffekt. Neuere Berichte über die Digitalisierung des öffentlichen Sektors betonen allerdings auch immer wieder die Herausforderungen, etwa den Datenschutz, die Koordination zwischen den Bundesländern und die Kostenkontrolle. In der Praxis wird die Umsetzung vermutlich weniger gradlinig verlaufen als angekündigt: Die verschiedenen IT-Standards, föderale Interessen und Sicherheitsmechanismen könnten zu Verzögerungen führen, wie jüngste Entwicklungen in anderen digitalen Großprojekten zeigen. Laut einer Analyse der Süddeutschen beschäftigen sich Bund und Länder weiterhin intensiv mit der sicheren Ausgestaltung kritischer IT-Infrastruktur, insbesondere durch die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle. Auf der politischen Ebene setzt sich derzeit ein stetiger Wandel im Umgang mit IT-Projekten durch – nicht zuletzt getrieben von den Erfahrungen mit Pannen, Verzögerungen und explodierenden Kosten bei anderen Digitalisierungsprojekten. Die Hoffnung bleibt, dass die 'Justizcloud' nicht nur auf dem Papier modernes Arbeiten ermöglicht und auch echte Verbesserungen für Gerichte und Bürger bringt.