Karin Prien wirft der Politik auf Landes- wie Bundesebene vor, die fundamentale Rolle der frühkindlichen Bildung für die Fachkräftesicherung systematisch zu unterschätzen und fordert eine radikale Umverteilung von Ressourcen – weg von Hochschulen, hin zu Kitas und Grundschulen. Sie argumentiert, dass Investitionen in junge Kinder langfristig am meisten Rendite bringen, steht jedoch im Kabinett auf verlorenem Posten, weil Einsparungen bei Leistungen wie dem Elterngeld von anderen Parteien blockiert werden. Der Bildungshaushalt gerät so unter Druck, obwohl aktuelle Studien erneut zeigen: Geringe Förderung in der Kindheit verstärkt soziale Ungleichheit und behindert den späteren Zugang zum Arbeitsmarkt. Laut Medienrecherchen verschärfen die schleppende Digitalisierung, das zähe Ringen um bessere Kita-Standards, chronischer Lehrermangel und fehlende Absprachen zwischen Bund und Ländern das Problem; die Misere gefährdet nicht nur Bildungschancen, sondern letztlich auch die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Noch deutlicher: Wer jetzt am „falschen“ Ende spart, zahlt doppelt – mit einer schlechter gebildeten Generation und einem verschärften Fachkräftemangel.