Zu wenig Mut für echte Frühbildung: Prien kritisiert Regierungskurs

Karin Prien, Bildungsministerin, moniert den schleppenden Eifer ihrer politischen Mitstreiter in Sachen frühkindliche Bildung – und warnt vor fatalen Folgen für Deutschlands Zukunft auf dem Arbeitsmarkt.

heute 12:00 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal hat man das Gefühl, frühkindliche Bildung sei für die Große Politik entweder zu unbequem oder schlicht zu langweilig. Karin Prien gibt sich jedenfalls zum wiederholten Mal verwundert – oder besser: zunehmend ungehalten –, wenn sie auf den fehlenden Aufbruchswillen bei Bundesregierung und Ländern blickt. Ihrer Ansicht nach ist es zu kurz gegriffen, bei Kürzungen und Haushaltsengpässen als Erstes bei den Kleinsten zu sparen; das sei weniger eine Frage des Geldes, mehr eine des Mutes. Für Prien liegt die Lösung eigentlich auf der Hand: Statt weiterhin immer neue Millionen in Hochschulen zu stecken, sollte der Fokus viel stärker auf Kindergärten und Grundschulen liegen. Jeder Cent, den wir dort investieren, zahle sich auf lange Sicht mehrfach aus – und schlage sich irgendwann messbar in der Fachkräftesicherung nieder. Das Hin und Her um Elterngeld und Unterhaltsvorschuss sieht sie als besonders bitteren Part im politischen Alltag: Die SPD blockiert vermeintlich notwendige Einsparungen, gibt Prien zu Protokoll, und sie fürchtet schon im kommenden Jahr ein Haushaltsloch von erstaunlichen Ausmaßen. Dieser Finanzengpass lässt sich kaum einfach wegkürzen, ohne andernorts schmerzhafte Narben zu hinterlassen. Offen bleibt, ob die angekündigte Bildungsagenda wirklich rechtzeitig kommt – und ob sie am Ende mehr ist als eine gute Idee auf dem Papier.

Die Bildungsministerin Karin Prien schlägt Alarm: Ihrer Meinung nach fehlt der Politik momentan schlichtweg der Mut, beim Ausbau der frühkindlichen Bildung endlich neue Prioritäten zu setzen. Gerade in Zeiten eines drohenden Fachkräftemangels hält sie ein radikales Umsteuern für unumgänglich – Geld für Kitas und Grundschulen müsse deutlich stärker in den Fokus rücken. Hintergrund dieser Debatte ist auch der enge Haushaltsspielraum, den die Bundesregierung aktuell zu verwalten hat – Prien beklagt, dass Sparauflagen vor allem sozialpolitische Felder und Familienleistungen wie das Elterngeld treffen könnten, was wiederum die Finanzierungschancen ihres Bildungsaufschwungs bedroht. Nach aktuellen Pressemeldungen spitzt sich der Bildungsnotstand weiter zu: Immer mehr Schulen und Kitas schlagen wegen Personalmangels und Investitionslücken Alarm, die Haushaltsdebatte bleibt festgefahren. Mehrere Medien berichten außerdem, dass sich Bund und Länder bei der Frage, wie die Mittel besser verteilt werden könnten, gegenseitig die Verantwortung zuschieben – konkrete Lösungen oder mutige politische Schritte sind bislang Mangelware. Brandaktuelle Zahlen zeigen: Ohne einen massiven Richtungswechsel in der Frühförderung droht sich der Fachkräftemangel in Deutschland bereits in naher Zukunft massiv zu verschärfen.

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