Kinderschutzbund: Statt Social-Media-Verbot für Jugendliche – bestehende Regeln durchsetzen!

Die Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 nimmt Fahrt auf. Der Kinderschutzbund aber mahnt: Gesetze sind schon da – nur hält sich kaum jemand dran. Ein Verbot löse das tatsächliche Problem nicht.

heute 00:04 Uhr | 3 mal gelesen

Jugendliche lassen sich kaum verbieten, was sie wirklich interessiert – so ist das schließlich mit allem, was spannend ist. Genau darauf verweist Sabine Andresen vom Kinderschutzbund: Ein Verbot von Social-Media-Plattformen für Unter-16-Jährige könnte leicht ins Leere laufen. Ebenso gut könnte man versuchen, Wasser aus einem durchlässigen Fass zu schöpfen. Immerhin sind technische Hürden längst nicht so trickreich, wie manche Erwachsene glauben. Jugendliche sind kreativ genug, Verbote zu umgehen – neue Plattformen entstehen schneller, als sich Regeln ändern. Viel wirksamer wäre es laut Andresen, existierende Schutzmechanismen wie die altersabhängige Freischaltung von Funktionen und einfach nutzbare Meldesysteme auch wirklich durchzusetzen und Plattformen daran zu messen. Leider scheitert es bislang erstaunlich schlicht daran, dass Plattformbetreiber sich lieber aus der Verantwortung stehlen. Ohne funktionsfähige, sichere Alterskontrollen bleibt jedes Verbot eher eine Einladung zum Ignorieren als eine Schutzmaßnahme.

Die Debatte rund um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche ist nicht neu, gewinnt aber angesichts steigender Sorgen vor Jugendgefährdung wieder an Brisanz. Fachleute sehen ein pauschales Verbot skeptisch, denn Studien und Berichte deuten darauf hin, dass jugendliche Nutzer digitale Schlupflöcher finden und auf alternative Plattformen ausweichen würden. Viel wichtiger erscheint es, bestehende Gesetze zur Altersfreigabe und zum Schutz vor problematischen Inhalten endlich konsequent anzuwenden – inklusive effektiver Altersverifikation und konsequenterer Aufsicht durch die Anbieter. Gerade Letzteres wird von Datenschützern, Pädagogen und Eltern immer wieder gefordert, wie aktuelle Presseberichte betonen. Neuere Entwicklungen zeigen, dass sich die Anbieter sozialer Medien häufig bislang auf freiwillige Selbstkontrolle verlassen und Eltern wie Schulen oft allein gelassen werden, wenn es um Jugendschutz im Netz geht.

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