Das Thema Abschiebungen in vermeintlich sichere Drittstaaten wie Syrien und Afghanistan ist weiterhin ein Zankapfel in der deutschen Politik. Jüngst entfachte Bundesinnenminister Dobrindt mit Forderungen nach konsequenteren Rückführungen eine Debatte, die auf dem Papier recht martialisch klingt, praktisch aber voller kaum zu überwindender Barrieren steckt. Sicherheit, menschenrechtliche Bedenken und Unklarheiten über die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort machen geplante Abschiebungen zum juristischen und moralischen Drahtseilakt. Menschenrechtsorganisationen und viele Rechtsexpert:innen warnen regelmäßig vor Abschiebungen in Länder, in denen nachweislich Verfolgung, Gewalt und kaum funktionierende Rechtssysteme Alltag sind. Diese differenzierte Sichtweise wurde auch in aktuellen Berichten vieler Medien gestützt, die weiterhin über die anhaltende Instabilität in beiden Ländern berichten – die Voraussetzungen für sichere Rückführungen fehlen daher nach wie vor vielerorts.
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