Deutsche lehnen WM-Boykott in den USA überwiegend ab

Obwohl die Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-WM in den USA hohe Wellen schlägt, spricht sich der Großteil der Deutschen klar gegen einen Verzicht auf die Teilnahme der Nationalmannschaft aus.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Man könnte meinen, angesichts der politischen Kontroversen rund um die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft in den USA gäbe es breite Rufe nach Konsequenzen. Tatsächlich jedoch ergibt eine aktuelle Forsa-Umfrage für den 'Stern' und RTL, dass sich satte 71 Prozent der deutschen Bevölkerung dagegen aussprechen, das Nationalteam zu Hause zu lassen. Die Ablehnung eines Boykotts zieht sich übrigens durch fast alle Altersgruppen und Regionen, unabhängig von der persönlichen Fußballbegeisterung oder politischen Prägung. Auffällig bleibt einzig: Unter den Grünen und Linken ist etwa jeder Zweite für einen Verzicht, was in Zeiten hochgekochter Diskussionen um Werte und Menschenrechte kaum überrascht – aber trotzdem noch eine Minderheit bleibt. Im Osten wie im Westen, bei Fußballfans ebenso wie bei Desinteressierten – die Mehrheit bleibt klar dabei. Die Umfrage, durchgeführt am 29. und 30. Januar 2026 mit 1.009 Befragten, bietet ein ziemlich geschlossenes Meinungsbild – zumindest, wenn's um's runde Leder geht. Und mal ehrlich: Es ist schon faszinierend, wie Fußball, trotz aller Meinungsverschiedenheiten im Land, doch oft eine klare Richtung vorgibt. Oder ist das am Ende auch wieder typisch deutsch: debattieren, abwägen, und dann trotzdem gemeinsam jubeln wollen?

Die Mehrheit der Deutschen will nach wie vor, dass die Nationalmannschaft zur Fußball-WM in die USA reist, und lehnt einen Boykott trotz politischer Spannungen klar ab. Laut der Forsa-Umfrage für 'Stern' und RTL sprechen sich 71 Prozent gegen einen Boykott aus, wobei Zustimmung für einen Verzicht am ehesten bei Grünen- (44 Prozent) und Linken-Sympathisanten (48 Prozent) zu finden ist. Inzwischen wird in Medienberichten immer wieder auf das Spannungsfeld zwischen politischen Bedenken (Menschenrechte, US-Innenpolitik) und dem Wunsch nach sportlicher Normalität hingewiesen; unter anderem wurde bekannt, dass Vertreter aus Politik und Sport weiterhin auf Dialog und klare öffentliche Stellungnahmen der Sportmannschaften setzen (s.a. taz.de & zeit.de). Tatsächlich hat sich die Debatte zuletzt auch international verschärft, nicht zuletzt durch die Ankündigungen anderer Länder, mit politischen oder symbolischen Aktionen statt mit Boykotts zu reagieren (s.a. spiegel.de). Bemerkenswert ist, dass jüngste Berichte auch die Rolle der FIFA und die Komplexität globaler Turniere betonen, bei denen wirtschaftliche, sportliche und politische Interessen aufeinander prallen und häufig der Sport als verbindendes Element hervorgehoben wird (vgl. faz.net, deutschland.de).

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