Es passiert wie im Takt der Silvesterraketen: Kaum ist die Uhr auf Mitternacht gesprungen, fluten digitale Klavierkurse, Fitness-Apps und Sprachtools die Anmeldungsspalten. In Daten, die heute von Skoove – einer Berliner App für Klavierlernende – und DataPulse Research veröffentlicht wurden, zeigt sich allerdings eine kleine Ironie: Am Neujahrsmorgen sind die Zahlen der Neuanmeldungen für Klavier-Lernangebote zwar auf Rekordhöhe, doch ausgerechnet in dieser Phase werfen auffällig viele das Handtuch. Anders sieht es bei denen aus, die erst im Frühling loslegen. Offenbar steckt hinter dem 'Die Zeit ist reif'-Gefühl zum Jahreswechsel ein Trugschluss. Florian Plenge von Skoove bringt es recht ehrlich auf den Punkt: 'Viele möchten mit Neujahrsvorsätzen eine neue Identität über Nacht annehmen. Es klappt aber oft besser, wenn das Neue – wie das Klavierspielen – einfach Platz im Alltag findet, nicht alles auf den Kopf stellt.' Frühlingsfrische statt Jahreswechselstress scheint also ein echter Tipp – weniger Aktionismus, mehr Augenmaß. Wer es genau wissen will: Die vollständigen Ergebnisse samt anschaulicher Grafiken sind im Blog von Skoove einzusehen.
Die Studie von Skoove und DataPulse Research fördert ein bemerkenswertes Muster zutage: Viele Klavier-Anfänger treten am Jahresanfang hochmotiviert an, lassen das Instrument jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder stehen. Im Vergleich dazu schneiden Frühlingsstarter deutlich besser ab, sowohl hinsichtlich Durchhaltevermögen als auch Lernerfolg. Die Forscher führen das auf den 'Sozialdruck' rund um Silvester und unrealistische Erwartungen zurück – und empfehlen, den Beginn neuer Projekte sorgfältiger abzuwägen und nicht bloß am Kalender zu orientieren. Weiterführende Quellen zeigen, dass dieses Muster nicht nur beim Musizieren, sondern auch bei Diäten und Sport-Vorsätzen regelmäßig auftritt. Aus anderen Berichten der letzten 48 Stunden: Laut Süddeutscher Zeitung boomt das Interesse an digitalen Lernapps und Individualisierung beim Lernen. Die taz berichtet zudem von einer zunehmenden Tendenz, langfristige Ziele mit kleinen Routinen zu verbinden statt auf radikale Neustarts zu setzen. Abschließend wird in der ZEIT kritisch beleuchtet, wie kommerzielle Plattformen Motivation ausnutzen und teils gezielt den Neujahrshype befeuern.