Klimaziel 2030 in weiter Ferne: Bundesregierung gerät in Zugzwang

Trotz juristischem Druck vom Bundesverwaltungsgericht zeichnet sich ab: Die Ampel-Koalition wird ihr eigenes Klima-Zwischenziel für 2030 wohl kaum erreichen.

heute 12:16 Uhr | 5 mal gelesen

Angesichts des Entwurfs zum kommenden Klimaschutzprogramm 2026 schleicht sich Ernüchterung ein. Offenbar, so berichtet der Politico-Newsletter "Energie und Klima", reichen die aktuellen Maßnahmen bei Weitem nicht aus, um in allen Wirtschaftssektoren wie Industrie, Verkehr oder Wohnungsbau auf Klimaneutralität zuzusteuern. Das Bundesverfassungsgericht hat unmissverständlich klargemacht, dass künftige Generationen einen rechtlichen Anspruch auf die Einhaltung der Klimaziele haben. In der Folge wurde zwar das Klimaschutzgesetz verschärft, das jetzt jährliche CO2-Grenzwerte verlangt – ambitioniert, aber offenbar halbherzig umgesetzt.

Laut Entwurf der Bundesregierung soll der CO2-Ausstoß bis 2030 zwar um 63 Prozent reduziert werden, das 65-Prozent-Ziel bleibt aber wackelig – insbesondere Gebäude und der Verkehrssektor bremsen die Bilanz. Bis 2045 sieht es sogar noch düsterer aus: 204 Millionen Tonnen Restemissionen könnten einem klimaneutralen Deutschland entgegenstehen. Die Regierung ist laut Gesetz dazu verpflichtet, binnen eines Jahres nach Amtsbeginn ein Klimaschutzprogramm zu verabschieden, das sämtliche geplanten Maßnahmen abbildet. Trotz neuer juristischer Anforderungen und politischer Beteuerungen bleibt der konkrete Plan für ein Einhalten der Klimaziele aus – und so entsteht der Eindruck, als versickere der politische Wille irgendwo zwischen Protokoll und Praxis. Übrigens: Die aktuellen Medienberichte bestätigen, dass die Ampel-Regierung gerade in den Bereichen Verkehr und Gebäude gewaltig hinterherhinkt. Laut dem Expertenrat für Klimafragen ist besonders fraglich, ob die bisherigen Vorhaben ausreichen, um die im Gesetz festgelegten Reduktionen zu erzielen.

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