Warum News-Podcasts mehr denn je gefragt sind: Orientierungshilfe im täglichen Informationsrauschen

Plötzlich laufen wir inmitten eines Sturms aus Nachrichten – Krieg, politische Umbrüche, Wirtschaftskrisen. Das ist unser Alltag. Dass ausgerechnet News-Podcasts im vergangenen Jahr die Download-Charts dominiert haben, überrascht dann eigentlich kaum noch. Die neue Seven.One Audio-Studie zeigt: Aktuelle Ereignisse und das Bedürfnis nach verlässlicher Einordnung treiben Millionen ins Podcast-Universum.

heute 12:23 Uhr | 2 mal gelesen

Irgendwie ist es nicht verwunderlich: Seit 2022 beobachten wir einen echten Boom bei Nachrichten-Podcasts. Sogar die Leute, die Podcasts lange nur als nette Unterhaltungskanäle gesehen haben, greifen jetzt immer öfter zu den Sendungen, die ihnen Tag für Tag ein bisschen Welt erklären. In einer Zeit, in der Schlagzeilen schneller reinrauschen, als man sie verarbeiten kann, ist die Sehnsucht nach Überblick verständlich. Dabei ist auffällig, dass sich das Publikum der News-Podcasts in vielerlei Hinsicht unterscheidet: Es ist im Schnitt älter, tendenziell männlich, meist besser gebildet und verdient auch mehr als das der meisten anderen Podcast-Genres. Laut Alexander Krawczyk von Seven.One Audio erleben Inhalte wie 'Apokalypse & Filterkaffee' einen regelrechten Run, weil sie vielen als Kompass im Nachrichtenstrom dienen. Gleichzeitig merkt man, dass Werbung innerhalb dieser Formate mittlerweile als glaubwürdig und sogar hilfreich wahrgenommen wird – vor allem von Jüngeren. Dass das so ist, überrascht vielleicht, aber wenn man sich vorstellt, wie früher die Tagesschau für Eltern Pflicht war, ist die Verbindung gar nicht so abwegig. Schon 2025 führte das News-Genre mit großem Abstand vor Comedy oder Gesellschafts- und Kultur-Podcasts; die Hörerzahlen stiegen auf rund 191 Millionen monatliche Plays, und der Trend zeigt weiter nach oben. Thematisch bleiben Nachrichten und Politik das große Zugpferd – alles, was das tägliche Weltgeschehen betrifft, rückt deutlich in den Vordergrund. Interessant auch: Die Podcast-Hörer im News-Bereich übernehmen häufiger Führungspositionen und haben im Vergleich durchschnittlich ein höheres Einkommen. Und Werbung? Ein erstaunliches Viertel der jungen Hörer (18 bis 29) vertraut den Produkttipps in Podcasts sogar mehr als jenen aus anderen Medien. Was Podcast-Werbung noch angenehmer für die Ohren und Nervenkostüme macht: Viele sehen sie als Beitrag zur Finanzierung der journalistischen Arbeit. Spannend ist, dass der Trend weitergeht – zum Beispiel mit dem Start der neuen GUTTENBERG-Podcastmarke, die starke Stimmen wie Karl-Theodor zu Guttenberg und Klaus Brinkbäumer involviert. Das Angebot wächst: Neue Formate wie "Land in Sicht" oder "NEULAND Update" zeigen, wie sehr sich Podcasts in kurzer Zeit zu festen Größen der Medienlandschaft gemausert haben. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht? Nicht nur für Zahlenjunkies gibt es die komplette Studie auf den Seiten von Seven.One Audio.

News-Podcasts stehen sinnbildlich für einen Wandel in der Mediennutzung: Laut Seven.One Audio haben sich Nachrichtenformate zur dominierenden Kraft im Podcast-Markt entwickelt, was der enorme Zuwachs an Hörerzahlen und die Verschiebung in der Hörerschaft belegen. Entscheidend ist der Wunsch nach verständlicher, verlässlicher Information und politischer Orientierung – Eigenschaften, die klassische Medienformate oft nicht mehr allein erfüllen. Kritisch betrachtet bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Glaubwürdigkeit hält, wenn Werbedruck und Prominenz neuer Formate zunehmen. Erweiterte aktuelle Recherche zeigt: Das Thema bleibt heiß. Nach taz.de wächst der Einfluss journalistischer Podcasts weiter, wobei auch medienethische Fragen (wie der Umgang mit Fake-News) öfter diskutiert werden. Laut spiegel.de nimmt etwa die Zahl der werbefinanzierten Podcasts deutlich zu, wobei Werbekunden gezielt auf das Vertrauenskapital und die gebildete Zielgruppe setzen. Perspektive Daily hebt in einem aktuellen Beitrag hervor, dass tiefer recherchierte Audiosendungen im hektischen News-Zirkus von vielen als wertvoller Ruhepol empfunden werden – mit der Gefahr, dass monothematische Angebote Nischen bilden und gesellschaftliche Gruppen noch stärker voneinander trennen („Echo-Kammern“). Die neuesten Zahlen unterstreichen zudem eine große Dynamik: Kaum ein anderes Podcast-Genre wächst so rasant wie das Segment News & Politik.

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