Klingbeil über Forderungen nach Minderheitsregierung: "Von Stabilität nicht verhandelbar"

SPD-Chef Lars Klingbeil weist aktuelle Debatten um eine mögliche Unions-Minderheitsregierung scharf zurück und betont: Die Sozialdemokraten bleiben standfest – unter Druck wird nicht nachgegeben.

22.11.25 00:04 Uhr | 59 mal gelesen

In gewisser Regelmäßigkeit, so Lars Klingbeil, brodelt in Berlin die Gerüchteküche: Wirtschaftskrisen, Unsicherheit, und schon meinen einige, das Beste wären plötzlich Minderheitsregierungen unter CDU-Führung. Was da geflüstert und spekuliert werde, sei Lichtjahre entfernt von dem, was Menschen in Deutschland tatsächlich erwarten, betonte Klingbeil im Gespräch mit der 'Rheinischen Post'. Er fühle sich fast an politische Märchenstunden erinnert – vielleicht hat ja der eine oder die andere einfach ein Faible für Chaos? Jedenfalls: Für Klingbeil steht fest, die Regierung und der Koalitionsvertrag bestehen, Verantwortung tragen alle Partner gemeinsam – da gibt es für ihn kein Wenn und Aber. Besonders jetzt, wo hierzulande wie international so viel im Wandel ist, sieht er die Bundesregierung als notwendigen Fixpunkt. „Manchmal vergessen einzelne Akteure anscheinend, dass Demokratie eben häufig das Bohren dicker, unerfreulicher Bretter bedeutet – Kompromisse sind kein Makel, sondern der Kern des politischen Betriebs“, resümiert Klingbeil. Und Erpressbarkeit? „Von uns gibt’s da keine Spur.“

Lars Klingbeil, Vorsitzender der SPD, hat die Diskussionen um eine mögliche Minderheitsregierung unter Führung der Union als realitätsfern und kontraproduktiv kritisiert. Er argumentiert, dass gerade in unsicheren Zeiten wie diesen Stabilität wichtiger sei als politische Experimente, und verweist darauf, wie schwierig und notwendig demokratische Kompromissfindung sein kann. Hinter den Kulissen der Ampelkoalition rumort es indes weiter: Debatten über Maßnahmen gegen Rechts, Haushaltsstreitigkeiten und Differenzen bei der Sozialpolitik belasten das Regierungsbündnis. Der aktuelle Umfragetrend zeigt zudem eine wachsende Unzufriedenheit mit der Ampel, wobei besonders die politischen Verwerfungen rund um die Europawahl und Energiethemen die Diskussion anheizen. Während Kanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck eine stärkere Einigkeit anmahnen, setzen CDU und CSU auf die Schwäche der Koalition. In den letzten 48 Stunden berichten mehrere deutsche Leitmedien über die nervöse Stimmung in Berlin, das Pochen der Opposition auf Neuwahlen und die Erwartungshaltung der Bevölkerung nach Klarheit. (Recherche: Stand 2024-06-10)

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