Kontaktabbruch zu Eltern: Zwischen Befreiung und Schuldgefühl – Wann Distanz wirklich guttut

Brooklyn Beckham will nicht mehr nach den Regeln seiner Eltern leben – ein öffentlicher Bruch, der weit mehr ist als Promiklatsch. Viele kennen das bedrückende Gefühl, als erwachsene Person immer noch wie ein Kind behandelt zu werden. Was aber, wenn Reden nichts mehr bringt und jeder Kontakt an die eigenen Grenzen geht? Wie weit muss Loyalität zur Familie tatsächlich reichen?

heute 11:05 Uhr | 2 mal gelesen

Ein rigoroser Schnitt im Kontakt zur Familie passiert selten über Nacht. Typischerweise steht am Ende eine lange Phase immer neuer Überschreitungen, die irgendwann zu viel werden. Wann und wie schaffen Erwachsene es, Grenzen zu ziehen, ohne sich im Sog der eigenen Familie zu verlieren?

Wenn Nähe erstickt

Der Griff aus der Vergangenheit reicht bei vielen bis tief ins Erwachsenenleben. Eltern, die scheinbar nie aufhören, sich einzumischen, kommentieren Lebensentscheidungen oder erwarten Dankbarkeit, während echtes Verständnis auf der Strecke bleibt. Es sind nicht die Einzelszenen der Übergriffigkeit, sondern der ständige Druck, sich zu beweisen oder rechtfertigen zu müssen, der auf Dauer an die Substanz geht. Spätestens wenn das eigene Wohlbefinden leidet, werden Fragen nach Distanz unausweichlich.

Prüfen, bevor man geht

Bevor man radikale Schritte einleitet, lohnen sich Selbstreflexion und ein ehrlicher, vielleicht auch schmerzhafter Bilanzblick. Sind die Verletzungen so tief, dass ein offenes Gespräch nicht mehr hilft? Manchmal ist es der Versuch wert, die eigenen Bedürfnisse auszusprechen, vielleicht zum ersten Mal klar und ungeschönt. Verändern sich die Muster jedoch nicht, wächst allmählich der Abstand – nicht aus Trotz, sondern aus Notwendigkeit.

Von mehr Abstand bis völliger Rückzug

Zwischen täglichem Telefonat und Funkstille existieren viele Spielarten der Distanz. Weniger Kontakt kann erstaunlich entlastend wirken – feste Zeiten für Gespräche, Gesprächsthemen, kleine Rituale oder klare Grenzen helfen, die Beziehung nicht gänzlich abzuschneiden, sondern neu zu definieren. Erst wenn selbst das nicht reicht und die Belastung zur Dauer wird, erreichen manche den Punkt, an dem ein kompletter Rückzug zur Rettungsleine wird.

Familie – Pflicht oder Freiraum?

Oft wird Außenstehenden der Kontaktabbruch als egoistische Geste ausgelegt, fast als Verrat. Doch Beziehungen leben nicht von abgestempelter Verpflichtung – sie brauchen gegenseitige Achtung und Entwicklung. Gerade Beckhams politisch-inszenierter Rückzug zeigt, wie sehr öffentliche Erwartung und privates Bedürfnis auseinanderklaffen. Am Ende zählt die Frage, wieviel Raum die Verbindung noch für das eigene Leben lässt – und wann Selbstfürsorge wichtiger wird als familiäre Loyalität.

Über Ramón Schlemmbach

Ramón Schlemmbach arbeitet als klinischer Psychologe, systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie. In seinem Online-Programm "Geprägt! Aber richtig" unterstützt er Menschen dabei, alte Familienmuster zu verstehen und nachhaltig zu verändern – ein Zugang, von dem längst über 1.300 Klient:innen profitiert haben. Weitere Informationen finden sich auf seiner Website: https://ramon-schlemmbach.de/

Pressekontakt: Schlemmbach Coaching GmbH – Kontakt und mehr auf: https://ramon-schlemmbach.de/

Originalquelle: Schlemmbach Coaching GmbH / news aktuell

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Ein Kontaktabbruch zu den Eltern ist keine Laune, sondern meist die Folge jahrelanger dysfunktionaler Beziehungsmuster und nicht aufgelöster Konflikte. Betroffene erleben oft einen inneren Zwiespalt zwischen Loyalität und Selbstschutz – insbesondere, wenn Versuche der Klärung oder einer neuen Kommunikation immer wieder an alten Strukturen scheitern. Brooklyn Beckham greift das Tabuthema öffentlich auf und verdeutlicht: Letztlich muss das seelische Wohl über althergebrachte Familienpflichten gestellt werden. Ergänzend: Immer mehr Studien und gesellschaftliche Debatten thematisieren, wie psychisch belastend toxische Familiendynamiken wirken. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychologie stehen Kontaktabbrüche häufig am Ende langer Selbstzweifel – begleitet von Scham, aber ebenso von dem Wunsch, das eigene Leben in den Mittelpunkt zu rücken (www.dgps.de). In sozialen Medien und Beratungsstellen häufen sich Erfahrungsberichte, die für weniger Tabuisierung und mehr Verständnis für radikale Abgrenzung plädieren. Auch neue rechtliche und ethische Fragen tauchen auf, beispielsweise was mit Sorgerechten oder Verbindlichkeiten passiert, wenn Nähe nicht mehr möglich ist.

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