Die Warnungen der Linken stützen sich auf Berechnungen, wonach selbst ein Jahrzehnte lang erhöhter Mindestlohn oft nicht reicht, um im Alter über der Armutsgrenze zu liegen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen mit Löhnen konfrontiert, die eine komfortable Altersvorsorge kaum erlauben – ein systemisches Problem, das nicht durch individuelle Anstrengung zu lösen ist. Zwar unterstreicht das Arbeitsministerium, dass Modellrechnungen und Armutsrisiko nur bedingt vergleichbar seien, doch aktuelle Statistiken etwa von der Deutschen Rentenversicherung zeigen: Die Durchschnittsrente liegt weiterhin unterhalb der Schwelle zur Armut und Frauen sind häufiger betroffen. Fachleute weisen darauf hin, dass private Zusatzvorsorge für viele finanziell kaum möglich ist und die Einkommensschere zwischen Alt und Jung weiter auseinandergeht. Die aktuellen Reformdebatten verlaufen laut mehreren Medienberichten zwischen Rufen nach einem höheren Rentenniveau, einer aktiven Erwerbsbeteiligung bis ins hohe Alter und einer stärkeren Einbindung aller Einkommensarten in die Altersvorsorge. Selbst Ökonomen äußern Zweifel, ob das Drei-Säulen-Modell angesichts von Niedriglohnsektoren und prekären Arbeitsverhältnissen künftig ausreicht.
03.01.26 22:14 Uhr