Man fragt sich ja manchmal, ob das Warten auf den nächsten pünktlichen ICE inzwischen zur eigenen Deutschen Disziplin wird. Im aktuellen Jahr schafft es die Bahn laut aktuellen Zahlen auf erschreckend niedrige 60,1 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr – ein Abwärtstrend gegenüber den ohnehin schwachen 62,5 Prozent vom Vorjahr. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte gegenüber der 'Bild am Sonntag' – mit hörbarer Ernüchterung – dass man sich der enttäuschenden Bilanz durchaus bewusst sei. Doch, so der Tenor: Über Nacht soll hier niemand Wunder erwarten. Immerhin: Die neue Bahnchefin Evelyn Palla spricht von einem Aufbruch, unterstützt von satten 23 Milliarden Euro an Bundesmitteln für 2026. Damit will sie die Bahn nicht weniger als 'leistungsstärker, verlässlicher und sichtbarer' machen – große Worte, die Hoffnung geben, aber auch Raum für Skepsis lassen. Mal ehrlich, ob der Reformkurs greift, bleibt vorerst offen. Vielleicht hat jede versäumte Ankunft wenigstens einen Sinn: mehr Zeit für Reflexion darüber, wie viel Geduld das deutsche Publikum tatsächlich aufbringen kann.
Die Deutsche Bahn erlebte 2025 ihr bislang schlechtestes Jahr in Sachen Pünktlichkeit: Nur noch knapp über 60 Prozent der Fernzüge erreichten ihr Ziel ohne nennenswerte Verzögerung. Die neue Konzernführung unter Evelyn Palla verspricht mit einem tiefgreifenden Reformkurs und einer Rekordsumme an Bundesinvestitionen Gegenzusteuern – doch der Glaube an schnelle Verbesserungen scheint begrenzt. Denn infrastrukturelle Engpässe, Personalmangel und marode Strecken hemmen den Wandel ebenso wie die mittlerweile verständliche Ungeduld der Fahrgäste. Nach aktuellem Stand betonen zahlreiche Medien, dass sowohl die angekündigten Baustellen-Offensiven als auch Digitalisierungsoffensiven allein noch keine kurzfristige Wende bringen (siehe u.a. taz.de, spiegel.de, zeit.de).