Loslegen statt Zaudern: Wie Unternehmergeist im Alltag entsteht

Baden-Dättwil – Unternehmertum beginnt nicht erst mit einem großen Wurf, sondern mit kleinen, mutigen Schritten. Im Gespräch teilt Roman Wittwer, Initiator von VISTASCH, seine Gedanken zu Zweifel, Verantwortung und dem Wert des Tuns – gerade, wenn man sich zwischen digital und analog entscheiden muss.

heute 12:46 Uhr | 1 mal gelesen

Roman, in einer Welt voller Smartphones und digitaler Ablage – wieso setzt du trotzdem auf Dokumente zum Anfassen? Nicht jede Information lässt sich durch einen Bildschirm ersetzen. Manchmal ist es hilfreich, etwas Offensichtliches, Unmissverständliches vor Augen zu haben. Weder Strom, Login noch App: Ein Blatt Papier an der Wand hat eine gewisse Autorität, die ein Pop-up eben nicht erreicht. Gemeinden, Kliniken oder Schulen brauchen solcherlei Anker oft dringender, als man sich eingestehen mag.

Klingt nach Commitment zu Klarheit. Hat das bei dir einen tieferen Ursprung? Schon, ein bisschen zumindest. Ich bin immer wieder darauf gestoßen: Ein Zettel, der schief hängt, lässt Leute achtlos werden. Wenn alles kreuz und quer ist, nimmt die Wertschätzung für die Information und, ganz ehrlich, auch für die Menschen, rapide ab. Ordnung ist für mich nicht bloß Schönheits-Chichi, sondern auch Zeichen von Respekt.

Gab es Momente, in denen du dachtest: Wer braucht das eigentlich noch? Oft sogar. Gerade in Zeiten, wo jeder nach „digital first“ ruft, ist Selbstzweifel ziemlich normal. Am Ende hat genau dieses Hinterfragen das Produkt weitergebracht. VISTASCH begründet sich nicht aus Angst vor Technik, sondern aus dem Wunsch nach passender Einfachheit, wo High-Tech unnötig oder sogar ein Klotz am Bein wäre.

Du produzierst VISTASCH in der Schweiz. Wieso nicht billiger und schneller im Ausland? Für mich ist das eine Frage des Stils. Wer Verantwortung propagiert, sollte sie nicht wegdelegieren. Es tut der Sache gut, die Dinge selbst zu sehen und zu beeinflussen – auch beim Material, bei den Herstellungsbedingungen. Ich will, dass VISTASCH mit gutem Gewissen gefertigt wird.

Gab es schlaflose Nächte beim Ausbau von VISTASCH? Die gehörten quasi zum Programm. Am schwierigsten war es, zu akzeptieren, dass man nicht alles absichern kann und einfach weitergehen muss, auch wenn Zweifel leise nagen.

Wo nutzt VISTASCH am meisten? Überall, wo Menschen schnell und verbindlich informiert werden müssen: Rathäuser, Krankenhäuser, Lehrerzimmer, Büro-Flure, Produktionshallen – überall, wo zu viel Wirrwarr den Alltag nur komplizierter machen würde.

Was warst du für ein Unternehmer? Einer, der auf kleine Schritte und Konsequenz setzt. Für mich zählt, nicht ewig zu feilen, sondern fertig zu machen – auch auf die Gefahr hin, nicht alles perfekt zu haben. Projekte scheitern meist nicht an der Idee, sondern am Zaudern. Fehler zu machen ist viel weniger schlimm, als nie anzufangen.

Und was würdest du anderen mitgeben, die noch zögern? Spür hin, woran du glaubst – und stehe dazu. Anderen wird deine Idee vielleicht suspekt vorkommen – such dir trotzdem Menschen, die dich ermutigen. Überhaupt: Reden ist gut, tun ist besser. Und falls es nicht beim ersten Versuch klappt, dann hast du immerhin echte Erfahrungen gewonnen.

Interview: Jasmina Wetz – Lehrerin und Autorin mit Hang zur Rechtswissenschaft.

Roman Wittwer, Unternehmer und Macher von VISTASCH, einer Lösung für greifbare Dokumentpräsentation. Mehr: https://vistasch.com/

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Kontakt: Roman Daniel Wittwer, info@vistasch.com, Tel.: +41 44 864 40 80

Das Interview mit Roman Wittwer offenbart, dass Unternehmertum oft aus kleinen, mutigen Entscheidungen entspringt, nicht aus großen Visionen allein. Sein Produkt VISTASCH – eine in der Schweiz gefertigte, analoge Lösung zur Dokumentpräsentation – steht sinnbildlich für die Suche nach Klarheit, Verbindlichkeit und Respekt in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt. Wittwer betont, dass Zweifel ein ständiger Begleiter sind, die Verantwortung jedoch im eigenen Tun liegt; Perfektion sei zweitrangig, Hauptsache man kommt ins Handeln. Darüber hinaus empfiehlt er, das direkte Umfeld bewusst zu wählen und sich nicht von Kritikern entmutigen zu lassen. Ergänzend zeigten aktuelle Berichte, dass die Diskussion um die Digitalisierung und die Rückkehr zu analogen Strukturen auch andernorts an Dynamik gewinnt, etwa in der Bildungs- und Kommunalpolitik, wo Informationszugang, Übersicht und gewisse 'analoge Rituale' neu entdeckt werden.

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