Manfred Weber pocht auf eigenständige EU-Sicherheitspolitik

Manfred Weber, Vorsitzender der EVP und der europäischen Konservativen, ruft die EU dazu auf, angesichts der abkühlenden Beziehungen zu den USA endlich eine eigenständige Sicherheitsstrategie zu entwickeln.

26.12.25 01:02 Uhr | 72 mal gelesen

2025 steht quasi vor der Tür – und für Weber markiert dieses Jahr einen echten Wendepunkt im globalen Miteinander. Die Schatten Trumps hängen über Europa, nicht nur als Person, sondern als Symbol dafür, dass Washington seinen Fokus woanders hinverschiebt. "Europa wirkt aktuell wie ein Schiff ohne Mantel im Sturm, völlig schutzlos", meinte Weber gegenüber der Funke Mediengruppe. Für ihn ist klar: Wir Europäer können uns nicht länger an amerikanische Konzepte klammern. Politik nach US-Vorlage? Sollten wir schleunigst lassen. Auch unabhängig davon, wer im Weißen Haus sitzt – unsere Probleme werden in D.C. nicht gelöst. Europa müsse endlich sein eigenes Verteidigungskonzept aufs Papier bringen und den bisherigen Rahmen kritisch überprüfen. Die Fortschritte beim Aufbau einer Gemeinschaftsverteidigung – etwa die EU-weite Beschaffung von Rüstungsgütern und der Aufbau eines Drohnenschutzschilds – sieht Weber zwar positiv, aber das Tempo ist schlicht zu langsam. "Wir brauchen größere Schritte in Richtung einer echten europäischen Armee – und das nervige Einstimmigkeitsprinzip in der Außenpolitik hält uns nur auf." Und wenn ein Land dauerhaft blockiert? Laut Weber sollte dann eine Koalition aus handlungswilligen Staaten vorangehen.

Weber schlägt eine neue Sicherheitsdoktrin für die EU vor und fordert, dass Europa sich emanzipiert – vor allem nach einem möglichen Trump-Revival. 2025 betrachtet er als Schicksalsjahr, da sich geopolitische Allianzen verschieben und Europa gefordert ist, mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen. Dabei betont er, dass eine schnelle Entwicklung hin zu mehr Gemeinsamkeit und Verteidigungsfähigkeit – inklusive der Überwindung nationaler Blockaden in der Außenpolitik – aus seiner Sicht alternativlos sei. Manche Kommentatoren sehen darin nicht nur eine Reaktion auf die jüngsten Drohgebärden Russlands, sondern auch einen überfälligen Schritt angesichts der anhaltenden Instabilität transatlantischer Verhältnisse. Neuere Recherchen zeigen: Die EU arbeitet aktuell tatsächlich intensiver an der Verteidigungsunion, allerdings gibt es noch Widerstände – etwa aus Budapest oder traditionell neutralen Mitgliedsstaaten. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass ein erneuter Wahlsieg Trumps NATO und westliche Bündnisse entscheidend belasten könnte.

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