Schüsse über dem Meer: Iran startet Raketenübungen an der Straße von Hormus

Irans Militärproben in einer der sensibelsten Meeresengen der Welt sorgen für neue Spannungen – Raketen werden abgefeuert, während diplomatische Gespräche laufen.

heute 11:56 Uhr | 4 mal gelesen

Laut verschiedenen iranischen Nachrichtenkanälen hat Teheran eine Serie von Raketen in Richtung der Straße von Hormus abgefeuert. Startpunkte waren wohl sowohl das Festland als auch vorgelagerte Inseln – das Manöver soll mehrere Ziele in dieser essentiellen Handelsroute getroffen haben. Interessant ist die zeitliche Überschneidung: Gleichzeitig liefen wieder heikle, indirekte Verhandlungen zwischen den USA und Iran über das Atomabkommen. Die Revolutionsgarden begannen die Übung bereits am frühen Montag im Bereich Straße von Hormus, Persischer Golf und Golf von Oman – jene Wasseradern, über die ein Fünftel des gesamten Ölhandels schwappt. So wirkt der militärische Muskel, den Iran jetzt zeigt, wie ein taktisch gesetztes Ausrufezeichen, vielleicht gar ein Fingerzeig an Washington. Oder an andere Akteure in der Region, man weiß es nicht genau. Klar bleibt: Wo so viele Interessen aufeinandertreffen, reicht oft ein Funke, um Unsicherheiten am globalen Energiemarkt zu schüren.

Der Iran hat – mutmaßlich als Machtdemonstration – mehrere Raketen in Richtung der Straße von Hormus abgefeuert und damit die ohnehin fragile Lage am Golf weiter angeheizt. Die Manöver der Revolutionsgarden fanden just zu Beginn neuer indirekter Nuklearverhandlungen mit den USA statt, was Beobachter als politischen Druckversuch werten. International wächst die Sorge über die Sicherheit dieser lebenswichtigen Seepassage: Schon mehrfach in den letzten Monaten kam es zu Zwischenfällen, darunter Beschlagnahmungen von Schiffen und Drohungen gegen den Schiffsverkehr. Auch der Hintergrund der aktuellen Spannungen ist vielschichtig – neben dem Atomabkommen spielen auch die jüngsten Angriffe auf Frachter in der Region und die prekären Beziehungen zwischen Teheran und seinen Nachbarn eine Rolle. Laut Recherchen von DW und Spiegel bemühen sich sowohl westliche als auch regionale Akteure um Deeskalation, Experten warnen jedoch vor einer gefährlichen Eskalationsspirale, sollte die Diplomatie scheitern.

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