Der Iran hat – mutmaßlich als Machtdemonstration – mehrere Raketen in Richtung der Straße von Hormus abgefeuert und damit die ohnehin fragile Lage am Golf weiter angeheizt. Die Manöver der Revolutionsgarden fanden just zu Beginn neuer indirekter Nuklearverhandlungen mit den USA statt, was Beobachter als politischen Druckversuch werten. International wächst die Sorge über die Sicherheit dieser lebenswichtigen Seepassage: Schon mehrfach in den letzten Monaten kam es zu Zwischenfällen, darunter Beschlagnahmungen von Schiffen und Drohungen gegen den Schiffsverkehr. Auch der Hintergrund der aktuellen Spannungen ist vielschichtig – neben dem Atomabkommen spielen auch die jüngsten Angriffe auf Frachter in der Region und die prekären Beziehungen zwischen Teheran und seinen Nachbarn eine Rolle. Laut Recherchen von DW und Spiegel bemühen sich sowohl westliche als auch regionale Akteure um Deeskalation, Experten warnen jedoch vor einer gefährlichen Eskalationsspirale, sollte die Diplomatie scheitern.