Mehr Personal für den Schutzbereich des Kanzleramtes gefordert

Die Gewerkschaft der Polizei betont, dass das Kanzleramt zukünftig mit deutlich mehr Bundespolizisten gesichert werden muss.

heute 10:03 Uhr | 4 mal gelesen

Andreas Roßkopf, Vorsitzender des Bereichs Bundespolizei bei der GdP, schilderte in einem Interview mit der "Rheinischen Post" den akuten Bedarf an zusätzlichem Personal: Über hundert weitere Kräfte müssten eingestellt werden, um das Bundeskanzleramt und insbesondere das wachsende Gelände im Kanzlerpark ausreichend abzusichern. Interessant ist, dass der Erweiterungsbau nicht erst nach der Fertigstellung ein Thema für die Sicherheitsexperten ist. Schon während der laufenden Bauarbeiten, die sich mindestens bis 2027 hinziehen, ist der Schutzbereich besonders sensibel – immer ein bisschen Baustelle, immer ein bisschen Risiko. Roßkopf mahnt, dass solche personellen Aufstockungen nicht einfach "aus dem Hut gezaubert" werden könnten. Der aktuelle Etat gebe das schlicht nicht her, die Alternative wären Einsparungen an anderer Stelle – eine gefährliche Schieflage, findet Roßkopf. Noch betreiben um die 300 Polizist:innen den Schutz am Kanzleramt, aber durch die geplanten Erweiterungen und die neuen Anforderungen kommen ordentliche Extrakosten auf den Bund zu. Acht Millionen Euro mehr für Personal stehen im Raum – und darüber wird derzeit intensiv verhandelt, so der GdP-Vertreter. Es bleibt die alte Frage: Wie viel Sicherheit ist genug, und was ist sie uns eigentlich wert?

Die Gewerkschaft der Polizei fordert die Schaffung von über 100 weiteren Stellen zum Schutz des Kanzleramts angesichts der laufenden Erweiterung und der damit verbundenen Sicherheitsrisiken. Im Bundestag und in der Öffentlichkeit wachsen Bedenken: Sicherheitslücken könnten entstehen, wenn die personellen und finanziellen Mittel nicht aufgestockt werden – insbesondere vor dem Hintergrund jüngerer Vorfälle rund um Berliner Regierungsgebäude. Bundesweite Diskussionen um innere Sicherheit und Terrorabwehr befeuern die Debatte, denn laut Berichten wie aus der Süddeutschen Zeitung und Spiegel werden besonders sensible Infrastrukturen in der aktuellen politischen Großwetterlage als potenziell gefährdet angesehen. Der öffentliche Druck auf die Politik, auch für besseren Schutz zu sorgen, ist spürbar gestiegen. Verschiedene Gewerkschaften und Experten verweisen auf die steigende Bedrohungslage in Europa – unter anderem durch Extremismen und hybride Bedrohungen, was die Notwendigkeit erhöhter Sicherheitsmaßnahmen am Kanzleramt untermauert.

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