Wadephul kontert Trumps Grönland-Pläne entschieden

Der CDU-Politiker Johann Wadephul widerspricht den Drohgebärden von US-Präsident Trump bezüglich einer möglichen US-Kontrolle über Grönland energisch. Er unterstreicht die wachsende strategische Brisanz der Arktis und pocht auf die Souveränität Dänemarks und Grönlands.

heute 10:12 Uhr | 9 mal gelesen

Dass die Arktis zunehmend ins Blickfeld globaler Machtpolitik rückt, lässt sich kaum noch übersehen. Russland und China rühren dort kräftig mit – ganz und gar nicht zum Wohlwollen Europas. Wadephul, der demnächst nach Washington reist, will US-Außenminister Marco Rubio eine abgestimmte NATO-Strategie vorschlagen. Und eines stellt er klar: Über Grönlands Territorium entscheidet einzig und allein Dänemark zusammen mit den Grönländern – keine Weltmacht darf sich da einfach einmischen. Die SPD-Fraktion, mit Adis Ahmetovic an vorderster Front, fordert von den Europäern eine klare Kante: Man dürfe sich von Trump nicht beirren lassen und müsse gegebenenfalls mit klarer Abgrenzung reagieren. Ahmetovic verweist darauf, dass Brasiliens Präsident Lula schon mal mit scharfen Gegenmaßnahmen gegen Trump durchgegriffen hat. Noch schärfer äußert sich Jürgen Hardt von der CDU/CSU, der Trumps Pläne als maßlos und sogar für Amerika kontraproduktiv abtut. Selbst Kongress-Abgeordnete seien zunehmend verstimmt. Außerdem, so Hardt, wäre es sinnvoller, wenn mehr NATO-Präsenz – also auch die Bundeswehr – im Nordmeer sichtbar würde. Die Sicherheit der Region sei Sache aller Partner und sollte die US-Streitkräfte eher entlasten; Trumps Standpunkt dazu bleibt für ihn unverständlich.

Im Zentrum der aktuellen Debatte steht die Frage, wem die Arktis – und speziell Grönland – eigentlich gehört oder kontrolliert werden darf. Die deutschen Politiker Wadephul und Hardt verweisen entschieden auf internationales Recht und die Rechte Dänemarks und Grönlands, während aus Amerika, verkörpert durch Trump, immer wieder fordernde Töne kommen. Neben geopolitischen Erwägungen, insbesondere angesichts verstärkter russischer und chinesischer Aktivitäten in der Region, zeigt sich hier auch ein Ringen um die grundlegende politische Ausrichtung und den Umgang mit US-Dominanz und Bündnissolidarität. In den letzten 48 Stunden berichten Spiegel, taz und Zeit übereinstimmend von einer weiter zunehmenden politischen Aufrüstung zwischen NATO und Russland im Hohen Norden, wobei insbesondere die Bedeutung des Nordmeers als strategisches Nadelöhr für Rohstoffe und Militärtransporte hervorgehoben wird. Erwähnenswert ist, dass nach Recherchen bei den genannten Quellen zusätzliche Stimmen laut werden, die sich für einen Ausbau diplomatischer Kommunikation zwischen EU und USA aussprechen – teils vor dem Hintergrund, die Eskalation in der Arktis zu begrenzen; andere warnen hingegen vor einer schleichenden Militarisierung.

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