Wettbewerb und Erfindergeist zuerst? Reiches Appell zur Wirtschaftspolitik

Katherina Reiche (CDU) fordert mit Nachdruck, marktwirtschaftliche Prinzipien in den Mittelpunkt zu stellen, statt auf Umverteilung zu setzen. Ihre These: Echter Wohlstand entsteht nicht durch Verteilung, sondern durch dauerhaftes Wachstum. Ein Standpunkt, der polarisiert – und Debatten befeuert.

heute 10:17 Uhr | 9 mal gelesen

Es gibt Aussagen, denen wohnt eine gewisse Unbequemlichkeit inne – vielleicht, weil sie an Grundfesten rütteln. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht jedenfalls die Zukunft des Landes nicht im verteilen des Bestehenden, sondern im Schaffen neuen Wohlstands. Ihre Marschrichtung ist klar: "Nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist der einzige Weg, den Kuchen zu vergrößern, statt ihn nur neu zu schneiden." Der globale Wettbewerb lässt wenig Spielraum für Selbstzufriedenheit. Reiche nennt drei Säulen, auf denen sie eine konstruktive Wirtschaftspolitik aufbauen will: Lohnkosten senken, Verwaltungsaufwand entschlacken (nicht immer leicht, mal ehrlich!) und Innovationen sowie wertschätzenden Wettbewerb stärken. Sie meint, Leistung müsse sich wieder lohnen – nicht nur als leere Floskel, sondern spürbar im Alltag von Arbeitenden und Investierenden. Schräge Gedanken vielleicht: Aber angesichts der "herausfordernden" – wie Minister gerne sagen – Wirtschaftslage in Deutschland fordert sie, dass Regierung und Politik genau diese Punkte ganz weit oben auf die To-Do-Liste setzen. Zwischen uns gesagt: Manche ihrer Forderungen wirken fast altmodisch, andere wiederum geradezu trotzig gegen die Strömungen von Umverteilung und Überregulierung. Was man auch dennoch nicht abstreiten kann: Anstoß zur Diskussion liefert sie allemal.

Katherina Reiche plädiert für eine Wirtschaftspolitik, die sich auf die Förderung von Wettbewerb, Innovation und schlankere bürokratische Prozesse konzentriert, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter in den Hintergrund rutschen zu lassen. Neben ihrer Forderung, Arbeit und Investitionen zu entlasten, stößt Reiches Ansatz eine Debatte an, die gegenwärtige Tendenzen zu Umverteilung hinterfragt und stattdessen Eigenverantwortung und marktwirtschaftliche Prinzipien betont – ein Ansatz, der angesichts der jüngsten Konjunkturabschwächung und der Stagnation in einigen Schlüsselbranchen erneut in den öffentlichen Fokus rückt. Neuere Stimmen aus dem In- und Ausland, etwa im Zusammenhang mit Deutschlands Digitalisierungsmängeln, dem Strukturwandel der Industrie und steigenden Energiekosten, bestätigen, dass Reformdruck besteht – Experten und Medien sehen insbesondere bei der Modernisierung der Verwaltung und der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren Nachholbedarf, um Innovation und Wachstum freizusetzen.

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