SSW-Abgeordneter Seidler: Mehr Rückendeckung für Dänemark angesichts wachsender US-Ambitionen gefordert

Stefan Seidler, der einzige Bundestagsvertreter des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), mahnt zu mehr Unterstützung für Dänemark – nicht zuletzt wegen der jüngsten Aussagen von Donald Trump über Grönland. 'Gerade gegenüber unseren verlässlichen Nachbarn sind wir in der Pflicht', gibt Seidler zu bedenken.

heute 09:47 Uhr | 9 mal gelesen

Irgendwie klingt das wie ein düsteres Drehbuch aus alten Kalten-Kriegs-Zeiten, aber Seidler meint es ernst: Er sieht konkrete Anzeichen dafür, dass die USA in Bezug auf Grönland längst mehr als nur Pläne schmieden – der Fahrplan liege quasi schon im Weißen Haus bereit. Mit Blick auf die NATO bringt Seidler ins Spiel, dass es an der organisatorischen Spitze deutlich mehr Durchsetzungsvermögen geben müsste – eine Anspielung auf den Generalsekretär Mark Rutte, von dem er sichtbar enttäuscht ist. In Sachen Diplomatie findet Seidler gegenüber Trump schlicht keine Worte mehr. Das eigentliche Drama spielt sich für ihn aber im Schatten geopolitischer Großwetterlagen ab: Sollte Grönland tatsächlich unter US-Kontrolle geraten, ist die Autonomie der dort lebenden Menschen massiv bedroht, sagt er. "Dass die Grönländer sich einfach amerikanisieren lassen – unvorstellbar!", warnt Seidler. Er zieht einen Vergleich zu den Inuit in Alaska, deren Situation wenig Hoffnung mache. Dazu kommt die direkte Bedrohungslage in Schleswig-Holstein: "Schattentanker, Drohnen – die Probleme schwimmen quasi bis vor unsere Haustür." Für Seidler ist klar: Der Schutz wichtiger Infrastruktur muss schleunigst verstärkt werden, und klare Zuständigkeiten seien dabei das A und O.

Der SSW-Abgeordnete Stefan Seidler fordert Deutschland auf, sich entschieden hinter Dänemark zu stellen, während die USA unter Ex-Präsident Trump offenbar konkrete Pläne für Grönland schmieden. Seidler hebt die Gefahr hervor, dass eine eventuelle Annexion Grönlands durch die USA die Autonomierechte der Grönländer aushebeln würde – ein Szenario, das er auch mit Blick auf die Lage der indigenen Bevölkerung in Alaska kritisch sieht. Zudem mahnt er verstärkten Schutz der Infrastruktur in Schleswig-Holstein an, um auf die sich verschärfende sicherheitspolitische Lage zu reagieren und verweist auf die Notwendigkeit, Verantwortlichkeiten besser festzulegen. Ergänzende Recherche: In aktuellen Berichten verschärft sich die sicherheitspolitische Lage in Nordeuropa weiter: Nach NATO-Manövern in der Ostsee zeigte sich auch Dänemark gegenüber Drohungen aus Russland und den USA alarmiert und ist um stärkere Bündnisse mit Deutschland bemüht. Grönland spielt in geopolitischen Strategien eine zunehmend zentrale Rolle; sowohl China als auch die USA wollen Einfluss gewinnen – dies erhöht den diplomatischen Druck auf Dänemark als Mutterland und Punkt der NATO-Präsenz. Außerdem wird diskutiert, wie die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark im Bereich der Energieinfrastruktur – etwa bei der Ostsee-Stromverbindung und Windkraft – zur Resilienz der Region beiträgt.

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