Ministerpräsident Mario Voigt will gegen den Entzug seines Doktortitels klagen

Mario Voigt, Ministerpräsident Thüringens, kündigt eine Klage gegen die Aberkennung seines Doktorgrades durch die TU Chemnitz an. Laut Thüringer Staatskanzlei nimmt Voigt die Entscheidung nicht hin und will sie vor Gericht anfechten.

heute 14:56 Uhr | 3 mal gelesen

Voigt lässt keinen Zweifel an seinem Standpunkt: Die Aberkennung seines akademischen Titels durch die TU Chemnitz sei für ihn nicht nachvollziehbar. Deshalb will er sich ans Verwaltungsgericht wenden. Besonders stößt ihm auf, dass ein unabhängiges Gutachten, das die Uni selbst in Auftrag gegeben hatte, zu seinen Gunsten ausgefallen war. Demnach handle es sich bei Voigts Dissertation um eigenständige wissenschaftliche Arbeit – ein nachvollziehbares Argument, das die Uni offenbar nicht gelten lässt. Vielmehr, so kritisiert Voigt, seien im Verfahren plötzlich die Maßstäbe für die Bewertung geändert worden, woraufhin die Universität gezielt seine Dissertation neu beurteilte. Letztlich betreffen die strittigen Passagen nach Voigts Angaben gerade mal 2,58 Prozent des Textes einer 20 Jahre alten Arbeit – das klingt nach Peanuts. Seine Rechtsanwälte werfen der Uni zudem vor, sie habe das Verfahren nicht ordnungsgemäß durchgeführt: Plötzlicher Maßstabswechsel, keine adäquate Anhörung, fehlende Rücksprache mit den ursprünglichen Gutachtern. Trotz der Misere will Voigt als Regierungschef auf Kurs bleiben, auch wenn das juristische Gezerre noch ansteht. Kurios irgendwie: Das Leben dreht sich weiter, trotz aller Paragrafen und Plagiatsvorwürfe.

Mario Voigt, Ministerpräsident von Thüringen, wehrt sich gegen den Entzug seines Doktortitels durch die TU Chemnitz und hält die Entscheidung der Universität für nicht gerechtfertigt. Laut Voigt bestätigt ein externes Gutachten, dass seine Dissertation wissenschaftlich eigenständig sei; er kritisiert insbesondere die nachträgliche Verschärfung der Prüfmaßstäbe im laufenden Verfahren und mögliche Verfahrensfehler wie die fehlende Anhörung. Inzwischen berichten mehrere Medien über eine Zunahme von Plagiatsvorwürfen gegen Politiker in Deutschland und verweisen darauf, dass akademische Integrität immer stärker im Fokus der Öffentlichkeit steht. Die TU Chemnitz stellte wiederum klar, dass das Verfahren auf sorgfältiger Prüfung basiert, verweist aber zur Begründung auf Datenschutz und laufende Verfahren. Weitere Medien berichten zudem, dass Voigts Fall nicht der einzige ist: In vergangenen Jahren hatten prominente Politiker – wie Annette Schavan oder Karl-Theodor zu Guttenberg – bereits ähnliche Auseinandersetzungen mit Universitäten rund um ihre Doktorarbeiten geführt.

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