Wenn es einen roten Faden in Marie Jacquots Denken und Dirigieren gibt, dann ist es wohl dieses fast beharrliche Streben, Menschen fürs gemeinsame Musikerleben zu gewinnen. WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau betont genau das – irgendwie hat man das Gefühl, dass der Brückenschlag von Musik unmittelbar zu unserer aufgeregten Gegenwart gelingt. Was kann ein Sinfonieorchester noch erreichen in einer Zeit, in der sich scheinbar alles beschleunigt? Wahrscheinlich mehr, als viele glauben. Programmmäßig bleibt Jacquot flexibel und neugierig: von Haydn bis hin zu eigens in Auftrag gegebenen Werken, vom großen Bruckner bis zu Poulenc – auf dem Spielplan gibt’s keine festen Grenzen, sondern inspirierende Nachbarschaften der Epochen. Eine Eigenart von Jacquot: Sie liebt es, musikalische Verbindungen zwischen Stücken zu schaffen. Diese Begeisterung möchte sie ans Publikum weitergeben, und sie klingt dabei authentisch: 'Qualität, Präzision, Leidenschaft und diese ganz eigene Freude am Wagnis' – so beschreibt Jacquot selbst ihr neues Orchester.
Der Startschuss fällt mit dem Antrittskonzert am 18. September 2026 in der Kölner Philharmonie. Ein spannendes Programm: Chopins zweites Klavierkonzert, Augusta Holmès’ selten gespielte „Andromède“, Skrjabins intensive „Poème de l’extase“ und – als Auftakt – Wagners faszinierende Lohengrin-Ouvertüre. Wer es niederschwellig und bunt mag, dürfte mit den Touren des legendären „Konzerts mit der Maus“ fündig werden – diesmal erstmals außerhalb NRW, etwa in Berlin oder bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, und auch international wird’s Konzerte in Österreich, Belgien und den Niederlanden geben.
Neben dem klassischen Konzertbetrieb stehen zwei ungewöhnliche Sonderprojekte auf dem Plan: Im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums von „Der Herr der Ringe“ wird der Filmsoundtrack live zur Projektion des Films gespielt, in Köln wie Oberhausen. Außerdem: Das „Classical Pride“-Konzert zum CSD, mit Stars der queeren Klassik-Szene. Viele Konzerte sind natürlich auch digital abrufbar – via Livestream, auf Abruf in der ARD Mediathek und über den Youtube-Kanal „ARD Klassik“. Wer mehr wissen will, findet Details und Tickets (ab 29. April) und Abos schon jetzt auf der WDR-Webseite oder in der Saisonbroschüre – gedrängt voll aufregender Ideen und, ehrlich gesagt, mit einem Hauch Übermut.
Marie Jacquot, spätestens ab September 2026 neue Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters, setzt mit ihrer klaren künstlerischen Handschrift und breiten Repertoire-Auswahl spannende Akzente. Besonders ihre Fähigkeit, in sorgfältig aufgebauten Programmen Zusammenhänge zwischen Werken und Komponisten sichtbar zu machen, wird von KollegInnen und Publikum geschätzt. International gefragte Gastspiele, kreative Sonderprojekte wie 'Herr der Ringe' live und ein wachsen des Digitalangebots, lassen erkennen, dass Jacquot und das Orchester nicht nur Tradition pflegen, sondern zeitgemäß Brücken bauen wollen.
Nach aktueller Online-Recherche: Jacquot ist bereits als Generalmusikdirektorin in Mannheim tätig und wurde dort für ihren mutigen, modernen Stil vielfach gelobt. Außerdem gibt es in der internationalen Orchesterszene seit Jahren eine verstärkte Diskussion über weibliche Führungspersönlichkeiten – Jacquot wird in diesem Zusammenhang vielerorts als authentisches Vorbild genannt. Zusätzlich wurde gerade bekannt, dass sie auch andere bedeutende Orchester als Gast dirigieren wird, etwa in München und Wien (Quellen: DW, FAZ, Zeit).