Niedersachsen wagt einen bundesweit beachteten Schritt, indem es den konfessionellen Religionsunterricht zu einem gemeinsamen Fach „Christliche Religion“ zusammenführt. Die Akzeptanz innerhalb der Kirchen war anfangs durchaus geteilt, doch das Land profitiert von seiner ökumenischen Tradition, die die Abstimmung erleichtert hat. Viele Bundesländer beobachten das Experiment nun mit großem Interesse – allerdings bleibt fraglich, ob sich das niedersächsische Modell eins zu eins übertragen lässt, da lokale Voraussetzungen und die ökumenische Zusammenarbeit vor Ort unterschiedlich ausgeprägt sind. Nach aktuellen Meldungen sorgt das niedersächsische Modell bundesweit für Diskussionen: Die „taz“ berichtet, dass nicht nur Kirchenvertreter, sondern auch Lehrkräfte über die Reform debattieren, wobei Befürchtungen hinsichtlich didaktischer Vereinfachung thematisiert werden. Auf „dw.com“ wird reflektiert, wie der integrative Ansatz im Unterricht dazu beitragen kann, interkonfessionelles Verständnis auch bei Schülerinnen und Schülern mit migrantischem Hintergrund zu fördern. Laut „spiegel.de“ sind Parallelentwicklungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen im Sondierungsstadium, erhalten dort jedoch unterschiedlich viel Zuspruch, was vor allem an den konfessionellen Strukturen der jeweiligen Regionen liegt.