Nouripour, der zuletzt einen wachsenden Hang zu koordinierten außenpolitischen Initiativen zeigte, verlangt eine abgestimmte EU-Linie bei China-Themen, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Verschiebungen. Die Forderung ist alles andere als zufällig: Die Wirtschaft der EU ist in vielerlei Hinsicht von China abhängig, gerade beim Import von kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden, die etwa für Hightech-Produkte unverzichtbar sind. Die Forderung nach einer europäischen Einheitsfront steht außerdem vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbs zwischen China und westlichen Ländern – Handel, Menschenrechte und technologische Souveränität sind mittlerweile eng miteinander verwoben. Weiterer Hintergrund: Diverse europäische Staats- und Regierungschef*innen haben in den letzten Monaten ihre Reisen nach Peking eher solo durchgeführt und mussten erleben, dass Peking die Frage europäischer Einigkeit stets auf die Probe stellt.