Verdi fordert Umsetzung der KEF-Vorgaben zum Rundfunkbeitrag – Bitkom will Senkung

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi appelliert an die Bundesländer, die von der KEF empfohlene neue Höhe des Rundfunkbeitrags in einen Staatsvertrag zu überführen. Der Beitrag soll ab 2027 auf 18,64 Euro steigen. Bitkom hingegen fordert eine Senkung.

heute 14:59 Uhr | 4 mal gelesen

Lange wurde um den Rundfunkbeitrag gerungen, jetzt nimmt das Thema erneut Fahrt auf. Verdi sieht dringenden Handlungsbedarf: Die Länderchefs sollen – so die Gewerkschaft – die Empfehlungen der unabhängigen KEF einfach übernehmen, statt sich politisch rauszuwinden. 'Es ist höchste Zeit, zurück zur Rechtsstaatlichkeit zu finden', betont Christoph Schmitz-Dethlefsen vom Verdi-Bundesvorstand. Der aktuelle Kritisierungs-Fokus: Zwar hätten die Öffentlich-Rechtlichen aus Angst vor stagnierenden Beiträgen Investitionen geschoben und gespart, das jedoch von der KEF als finanzmindernd gewertet wird. Ein eigenartiger Kreislauf, fast wie ein Hamsterrad – sparen, um weniger zu brauchen, das senkt aber am Ende den Zuschussbedarf, obwohl Investitionen dringend nötig wären. Auf der anderen Seite der Debatte: Bitkom, der IT-Branchenverband, hält dagegen und pocht auf eine Senkung des Beitrags. Gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten sollten die Menschen nicht noch mehr belastet werden, meint Hauptgeschäftsführer Rohleder. Und er stellt eine etwas unbequeme Frage: Warum zahlt man Monat für Monat das meiste Geld für ein Medium, das viele höchstens gelegentlich einschalten, während private Streamingdienste oft günstiger sind? Die Vertrauensfrage schwebe also im Raum – und letztlich solle der öffentlich-rechtliche Rundfunk nah an den Menschen bleiben. Legt man das Ohr an die Straße, klingt das nach einer Debatte, die noch lange nicht entschieden ist.

Im Kern steht ein alter Konflikt: Wie viel soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk kosten – und wie wird ein fairer, rechtlich solider Ausgleich zwischen Finanzierungsbedarf und Bereitschaft der Bürger, diesen auch zu tragen, geschaffen? Verdi mahnt zur Einhaltung rechtsstaatlicher Standards und erinnert an die Rolle der KEF als unabhängiger Instanz; die Politik dürfe sich nicht immer um die Empfehlungen drücken. Bitkom hingegen sieht die Balance für viele Nutzer gestört – gerade in Zeiten knapper Kassen. Jüngste Berichte aus seriösen Quellen spiegeln die angespannte Debatte um Qualität, Akzeptanz und Sparpotenziale im System wider. Laut FAZ wird hinter den Kulissen durchaus über Reformen gestritten, insbesondere was Transparenz und Effizienzstrukturen bei ARD & ZDF betrifft (siehe Quelle: FAZ). Gleichzeitig warnt die taz davor, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in eine Sparspirale zu zwingen, die zum Substanzverlust führen könnte (Quelle: taz). Auf Spiegel Online wiederum wird der Blick nach Frankreich und Großbritannien gerichtet, wo ähnliche Debatten teils zu ganz anderen Lösungen führten (Quelle: Spiegel). Auch die Debatte über Beitragsgerechtigkeit, Reformwünsche und Zukunftsszenarien dürfte in den nächsten Monaten wohl kaum leiser werden.

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