Öffentliche Haushalte: Defizit bleibt trotz Einnahmezuwachs nahezu konstant

In den ersten neun Monaten 2025 verzeichneten Staat, Länder und Gemeinden ein deutliches Einnahmeplus – trotzdem verharrt das Finanzierungsloch auf hohem Niveau.

08.01.26 08:11 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal wirkt das öffentliche Haushaltsgebaren in Deutschland wie ein schlingernder Ozeanfrachter: angetrieben von kräftigen Steuerfluten, doch das Leck im Rumpf will sich nicht so recht schließen. Laut Destatis lagen die Gesamteinnahmen der öffentlichen Haushalte von Januar bis September 2025 bei beachtlichen 1.490,5 Milliarden Euro; verheizt wurden aber noch immer 1.598 Milliarden. Das Minus unterm Strich? Immerhin satte 107,6 Milliarden – fast identisch zum Vorjahr. Überraschenderweise trugen 2025 erneut alle Ebenen – von Bund bis Gemeinden – ihr Päckchen an roten Zahlen. Der Bund bleibt Defizitmeister, doch die Kommunen holen rasant auf. Bemerkenswert ist, dass aus Steuern und ähnlichen Abgaben mit 1.285,8 Milliarden Euro ein kräftiges Polster hereinkam. Sozialversicherungsbeiträge stiegen kräftig, Landessteuern explodierten sogar um ein Drittel – die Grundsteuerreform schien den Gemeinden aber wenig neuen Schwung gebracht zu haben. Während an mancher Stelle die Tabaksteuer (diese alte Melkkuh) eine Milliardenspritze einbrachte, versiegte der Strom aus EU-Energiekrisenbeiträgen; das fühlt sich schon nach Übergangsjahr an. Für die Bahn gab’s Extrageld vom Bund, sozialpolitische Zuschüsse legten zu. Wer sich fragt, wo das Geld bleibt: Steigende Personalkosten schlagen bei Ländern und Gemeinden kräftig durch. Auch Zinsausgaben der Länder klettern fast zweistellig – klingt fast wie ein Echo der guten alten Schuldenbremsen-Debatte. Gemeindebudgets sind dabei auffällig durch steigende Sozialausgaben belastet, die Einnahmen kommen nicht ganz mit. Unterm Strich zeigt sich: Zwar mehr Steuern, mehr Beiträge, doch die Ausgabenseite galoppiert weiter voraus. Kann das ewig so weitergehen? Irgendwie fühlt sich das an wie ein ewiges „Lauft, aber tretet nicht zu fest aufs Gas“. Noch ein kleiner Exkurs: Die Sozialversicherungen konnten ihr Defizit immerhin senken – Einnahmen und Ausgaben wachsen, aber erstmals springt das Defizit ein Stück zurück. Ein schiefes Bild bleibt trotzdem: Mehr Einnahmen, aber das Loch bleibt. Vielleicht braucht’s doch mal eine neue Denkweise im Staatsmanagement, irgendwas mit mehr Langmut und weniger Schaufenster-Politik?

Der deutsche Staat konnte in den ersten drei Quartalen 2025 steigende Steuereinnahmen und höhere Sozialbeiträge verbuchen, was zu insgesamt robusten Einnahmen führte. Doch trotz dieses Anstiegs bleibt das Finanzierungsdefizit auf dem Niveau des Vorjahres: Die Ausgaben laufend den Einnahmen davon, insbesondere bei Sozialausgaben und Personalkosten auf allen Ebenen. Experten debattieren vor diesem Hintergrund, wie die dauerhaft hohe Ausgabendynamik, unter anderem durch Sozialtransfers und Infrastrukturinvestitionen, künftig gegenfinanziert werden kann; jüngste Medienberichte diskutieren außerdem Auswirkungen der steigenden Ausgaben für Geflüchtete, die schleppende Umsetzung von Haushaltssperren und die Frage, inwieweit Steuerentlastungen oder Steuererhöhungen die Situation beeinflussen könnten.

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