Tekkal kritisiert Merz: Unterstützung für Irans Freiheitsbewegung gefordert

Düzen Tekkal, Menschenrechtsaktivistin und Autorin, fordert entschiedenes Handeln von Bundeskanzler Friedrich Merz im Hinblick auf die anhaltenden Proteste und die Unterdrückung im Iran.

08.01.26 07:55 Uhr | 8 mal gelesen

Manchmal scheint das politische Handeln in Deutschland von der Furcht vor klaren Worten geprägt zu sein – oder, schlimmer noch, von kalkulierter Stille. Genau das wirft Düzen Tekkal dem Regierungschef Friedrich Merz vor. Sie kann es offenbar kaum nachvollziehen: Während im Iran zehntausende Menschen ihr Leben riskieren, höre man aus dem Kanzleramt nichts. Tekkal, deren Engagement für die Menschenrechte mehrfach Wellen schlug, erinnert daran, wie Merz noch zu Oppositionszeiten plakativ für den damals gefangenen Deutschen Jamshid Sharmahd Partei ergriff. Damals posierte er – sinnbildlich wie öffentlichkeitswirksam – mit Sharmahds Tochter und übte Druck auf Siemens aus, die sich am Arbeitsverhältnis mit Sharmahd die Finger verbrannten. Nun, so Tekkal, herrsche auffallende Stille: 'Es interessiert ihn plötzlich nicht mehr', klingt es beinahe enttäuscht. Besonders paradox sei, dass Deutschland weiterhin als verlässlicher Handelspartner für den Iran agiere – was laut Tekkal die Missstände im Land weiter befeuere, ökonomisch und sogar ökologisch. Für Tekkal ist das Unverständnis greifbar. Während sie sich an Gespräche, Treffen und das Engagement erinnert, scheint es für sie unbegreiflich, wie schnell politische Prinzipien vom Wind verweht werden, wenn die Kamera kurz nicht mehr läuft. Die Realität ist: Die Proteste gegen das iranische Regime reißen nicht ab, Menschen werden verhaftet, getötet, und Deutschland? Spielt weiter mit. Man könnte sich fragen, wie lautlos politische Verantwortung werden kann, wenn sie unbequem wird.

Der Artikel beleuchtet den Frust und die Kritik von Düzen Tekkal an Kanzler Merz, der sich kaum zur aktuellen Protestwelle im Iran positioniert. Tekkal erinnert daran, dass Merz erst im Januar 2023 öffentlich eine Patenschaft für den später hingerichteten Jamshid Sharmahd übernahm und zu dieser Zeit klare Worte sowie Kritik an Siemens fand. Nun wirft sie dem Kanzler vor, dem Freiheitskampf der Iraner die Solidarität zu verweigern und betont zugleich die problematische Rolle Deutschlands als zentraler Handelspartner des Iran, was indirekt das Regime stütze – ein Aspekt, der in der aktuellen Berichterstattung mehrfach angesprochen wird. Neuere Berichte betonen zudem, dass sich die Proteste im Iran weiterhin zuspitzen und das Regime zunehmend mit Härte gegen Demonstrierende vorgeht. Amnesty International und weitere Organisationen fordern zusammen mit europäischen Politikern verstärkt international abgestimmte, sichtbare Druckmittel – beispielsweise Sanktionen – und eine deutlichere moralische Positionierung, auch von deutschen Entscheidungsträgern.

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