Özdemir: Zukunft der Autoindustrie gelingt nur im Zusammenspiel

Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, appelliert an seine Partei, die Automobilfirmen ins Boot zu holen, statt über deren Köpfe hinweg über ihre Zukunft zu entscheiden.

heute 12:17 Uhr | 20 mal gelesen

Es ist sonntags und Hannover schwankt zwischen politischer Routine und feuchtem Frühjahrslicht, als Cem Özdemir das Mikrofon ergreift. Mit Nachdruck beschwört er die Bedeutung der Autoindustrie – nicht in Floskeln, sondern mit Verweisen auf Orte, deren Namen für industrielle Identität stehen: Untertürkheim, Zuffenhausen, Rastatt, Neckarsulm. Auch die großen Automobil-Stärken wie Wolfsburg, Ingolstadt und München dürfen seiner Meinung nach nicht untergehen. Ein bisschen klingt Özdemir dabei wie ein Dirigent, der betont, dass das Orchester ohne seine Musiker verstummt: "Wenn es um einen Pakt für die Zukunft geht, dann geht das nur Seite an Seite – mit Produzenten, mit Zulieferern, und vor allem den Menschen, die da arbeiten." Die Grünen sollten nicht von oben herab dirigieren, sondern zuhören – mit Geduld und durchaus mit Widerspruchspotential. "Wir stehen nicht über ihnen, sondern neben ihnen". Es ist eine Haltung, die nicht unbedingt populistisch ist, aber vielleicht gerade deshalb dringend gebraucht wird; in einer Epoche, in der so viele politische Akteure lieber Durchregieren als zuhören.

Özdemir fordert einen ehrlichen Dialog zwischen Politik, Autoherstellern, Zulieferern und Mitarbeitern, um die Transformation der Branche zu gestalten und Arbeitsplätze zu sichern. Mit Blick auf den ökologischen Umbau mahnt er, dass Veränderungen nicht gegen, sondern mit den Betroffenen geschehen müssen; eine Haltung, die speziell in Baden-Württemberg – einem Herzstück der deutschen Autoindustrie – gewaltiges Gewicht hat. In einer Zeit, in der die Autoindustrie nicht nur wegen Klimapolitik, sondern auch wegen internationaler Konkurrenz unter Druck steht, gewinnen solche konstruktiven Stimmen in der politischen Debatte an Bedeutung. Neben Özdemirs Worten diskutieren deutsche Medien derzeit auch die Auswirkungen der Transformation auf Arbeitsplätze, Lieferketten und den internationalen Wettbewerb. Aktuelle Beiträge aus der Süddeutschen Zeitung und anderen zeigen, wie die Automobilbranche und Politik mit Unsicherheit und Druck umgehen. Die Debatte spitzt sich zu: Sind staatliche Vorgaben der richtige Weg oder doch eher der Schulterschluss mit der Industrie? Verschiedene Artikel der letzten Tage greifen diese Unsicherheit auf und beleuchten die Reaktionen der Belegschaften, die Strategien der neuen Führungsetagen und die Suche nach einer Balance zwischen Transformationsdruck und sozialer Verantwortung.

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