Also, das Trio – John Clarke, Michel Devoret und John M. Martinis – wurde soeben von der Königlichen Schwedischen Akademie für den Physik-Nobelpreis bedacht. Die offizielle Begründung: Sie haben das sogenannte makroskopische quantenmechanische Tunneln und die Energiequantisierung in elektrischen Stromkreisen nachgewiesen. Was ich daran bemerkenswert finde? Die Quantenspielregeln, die sonst im Mikrokosmos der Atome gelten, können auch in handfesten Geräten auftauchen. Für Physiker ein ziemlicher Paukenschlag, denn oft wirken Quantenphänomene ja wie bizarre Randnotizen auf’s Flipchart des Universums – doch jetzt sind sie praktisch zum Greifen nah.
Olle Eriksson vom Nobelkomitee meinte dazu, dass die Quantenmechanik uns nicht nur regelmäßig verblüfft, sondern auch hinter fast jeder Digitaltechnik steckt – jeder Computerchip ist letztlich ein Produkt dieser einst verrückten Theorie. Klar, das klingt nach einer dieser vielzitierten Nobelpreis-Reden, aber irgendwie stimmt’s eben auch.
Zur Einordnung: Schon am Vortag war vom Karolinska-Institut der Medizinnobelpreis an ein Trio für Fortschritte in der Immunforschung vergeben worden. Nächste Etappe? Chemie-Nobelpreis, und dann folgen Literatur und – für die Verfechter des Weltfriedens – der Preis aus Oslo. Die Nobel-Preisrunde ist also wieder einmal in vollem Gange, und traditionellerweise gibt’s die große Verleihung am 10. Dezember, überall außer für den Friedenspreis, der traditionell in Norwegen vergeben wird. Ohne Frage die prestigeträchtigste Würdigung, die Köpfe des 21. Jahrhunderts so bekommen können.
Kalifornische Forscher – namentlich John Clarke, Michel Devoret und John M. Martinis – setzen mit ihren Experimenten neue Maßstäbe: Sie konnten makroskopisches quantenmechanisches Tunneln in Stromkreisen nicht nur theoretisch, sondern ganz real zeigen. Der diesjährige Physik-Nobelpreis unterstreicht die Bedeutung quantenmechanischer Phänomene im Alltag, zum Beispiel in Computern oder zukünftigen Quantencomputern. Aktuelle Berichte heben die Auswirkungen dieser Arbeiten insbesondere im Hinblick auf Quanteninformation und -technologie hervor; etwa, dass Fortschritte direkt zu stabileren Qubits und effizienteren Schaltkreisen beitragen, was die Entwicklung von Quantencomputern beschleunigt. Laut einem aktuellen Beitrag der ZEIT zeigen die Arbeiten, wie Grenzen zwischen Mikrokosmos und Technik verschwimmen und in der Praxis nutzbar werden – wobei auch Risiken, etwa in der Cybersicherheit, diskutiert werden (Quelle: [www.zeit.de](https://www.zeit.de)). Die FAZ hebt hervor, dass die nun ausgezeichneten Untersuchungen bereits zu einer merklichen Beschleunigung der Forschung in supraleitenden Schaltungen geführt haben, während Branchenmagazine wie t3n von einem Meilenstein für die kommerzielle Quantenrevolution sprechen, der tief in die Industrie ausstrahlt.