Pünktlichkeit bleibt Baustelle: Bahnchefin blickt mit Sorge auf 2026

Frische Impulse helfen nicht sofort: Evelyn Palla, neue Chefin der Deutschen Bahn, rechnet auch in den kommenden Jahren nicht mit großen Fortschritten bei der Pünktlichkeit.

heute 13:29 Uhr | 3 mal gelesen

Ehrlich gesagt, da nimmt niemand ein Blatt vor den Mund – schon gar nicht Evelyn Palla. Sie erklärte der ZEIT ganz offen, dass sich beim Thema Pünktlichkeit im Fernverkehr so bald wenig bessern wird: "2026 wird erneut ein schwieriges Jahr, was rechtzeitige Ankünfte angeht." Im letzten Jahr schaffte es nur gut jeder zweite Zug überhaupt, das Ziel mit weniger als sechs Minuten Verzögerung zu erreichen – die Bahn nennt das dann noch „pünktlich“. Viel Optimismus klingt da nicht mit, wenn Palla sagt, das Ziel für 2026 müsse sein, wenigstens keinen weiteren Absturz zu erleben. Klingt hart, ist aber wohl realistisch: Die Belegschaft wird jetzt strikt danach bewertet, ob und wie verlässlich die Züge rollen. Richtig knifflig wird’s, wenn man auf die Ursachen schaut: Alte Weichen, Leitungen und Stellwerke machen der Bahn das Leben schwer – manchmal geben die Teile einfach den Geist auf. Und dann noch dieses Wetter: Schnee und Stürme haben zuletzt für jede Menge Ausfälle gesorgt. Doch der wahre Countdown läuft woanders: Im laufenden Jahr erwartet Palla unglaubliche 28.000 Baustellen. Für die nächsten Jahre gibt sie einen kleinen Ausblick – und der ist irgendwie pragmatisch: Ab 2027 soll der Fahrplan für Baumaßnahmen endlich großzügiger angelegt werden. Die Idee: Besser planbare Sperren, bei denen alles Nötige in konzentrierten Zeitfenstern erledigt wird. Früher war das nur bei drei von zehn Baustellen bedacht – künftig sollen es mindestens sieben von zehn sein. Palla spricht von einem „täglichen Wettlauf mit dem Zustand des Netzes“. Ehrlicherweise klingt das mehr nach Schadensbegrenzung als nach Durchbruch, aber die Realität lässt sich eben nicht schönrechnen.

Die Deutsche Bahn bleibt in Sachen Pünktlichkeit weiter unter Druck, das zeigt die jüngste Einschätzung von Bahnchefin Evelyn Palla deutlich: Die desolate Infrastruktur – vor allem überalterte Weichen, Oberleitungen und Stellwerke – führt aktuell zu massiven Verspätungen, die mit den 28.000 geplanten Baustellen für 2024 noch verschärft werden könnten. Die Bahn versucht gegenzusteuern, indem sie ab 2027 mehr Reparaturzeiten im Fahrplan einplant und die Arbeitsprozesse auf konsequente Messungen der Pünktlichkeit ausrichtet. Trotz vieler ehrgeiziger Pläne wie dem Deutschlandtakt bleibt der Spagat zwischen notwendiger Modernisierung und stabilen Betriebsabläufen eine enorme Herausforderung, was auch zahlreiche Medien wie die Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel und die Zeit in ausführlichen Berichten rund um Baustellen, Verspätungen und Investitionen spiegeln.

Schlagwort aus diesem Artikel