Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das große Thema Rente wieder auf den Tisch kam. Bärbel Bas hat sich nun überraschend deutlich geäußert – sie erwartet von der neuen Rentenkommission, so sagt sie zum 'Stern', nicht nur ein verwässertes Update bekannter Ideen, sondern endlich einen drastischen, ja fast revolutionären Entwurf. "Es kann doch nicht allein darum gehen, die Leute bis 70 zu beschäftigen oder Frühverrentung zu kippen," wirft sie ein und gibt sich kämpferisch. Ihr Ziel: eine Rentenstruktur, die anständige Altersversorgung garantiert und ein System, das sowohl fair für Arbeitnehmer wie auch finanziell tragbar bleibt. Dass die Union, speziell Markus Söder, hier wenig Begeisterung für Beamtenpensionen-Reformen zeigt, kritisiert Bas offen. "Es reicht nicht, nur das Gewohnte zu bewahren, während immer mehr Menschen nach jahrzehntelanger Arbeit mit schmalen Renten auskommen müssen," meint sie. Sie fordert, dass am Ende eines harten Berufslebens niemand auf Grundsicherung angewiesen sein solle, sofern er oder sie fleißig eingezahlt hat. Gleichzeitig müssten aber auch die Rentenbeiträge bezahlbar bleiben – eine Balance, die politisch schwer zu erreichen ist. Aber ganz ehrlich: Wer immer nur am Alten festhält, wird nie etwas wirklich Grundlegendes verändern. Oder doch?
Bärbel Bas macht sich stark für eine grundlegende Rentenreform, die vorhandene Strukturen in Frage stellt und die Lebensleistung der Arbeitnehmer stärker honoriert. Ihr zufolge genügt es nicht, bloß an Stellschrauben wie dem Renteneintrittsalter zu drehen oder bestehende Privilegien – etwa bei den Beamtenpensionen – unangetastet zu lassen. Auch aktuelle Veröffentlichungen in der deutschen Medienlandschaft belegen, wie zentral und umstritten das Thema bleibt: Die Rentenkommission ringt mit unbequemen Wahrheiten wie dem demografischen Wandel und der Frage, wie Armutsrisiken im Alter effektiv begegnet werden können. Diskutiert wird inzwischen sogar die Übertragung skandinavischer Modelle nach Deutschland, etwa die Einbeziehung aller Berufsgruppen in ein gemeinsames Rentensystem und Perspektiven einer automatischen Anpassung der Lebensarbeitszeit. Zudem sorgt die Unsicherheit über die Finanzierbarkeit künftiger Leistungen und die soziale Gerechtigkeit im System weiterhin für große Debatten. Unterm Strich ist klar: Ohne ein grundlegendes Umdenken werden die Widersprüche und Ungerechtigkeiten im deutschen Rentensystem weiter zunehmen.